Die unerwünschten Töchter - Frauenmangel in Asien

Ein junges Mädchen und eine ältere Frau sitzen auf einem Bett und betrachten eine Zeitschrift oder ein Buch.

Die unerwünschten Töchter - Frauenmangel in Asien

Die 3-Jährige Pang Xiuting wurde in ihrem Dorf im Süden Chinas entführt. Die Eltern vermuten, dass sie Opfer von Menschenhändlern wurde - beweisen können sie es nicht. Das ist kein Einzelfall, genaue Zahlen gibt es nicht. Aber mittlerweile suchen in China 200.000 freiwillige Helfer nach vermissten Mädchen.

Auch in Indien und Südkorea werden Mädchen entführt, verkauft, missbraucht. Der Frauenhandel boomt. Menschenhändler verkaufen Kinder an Familien, die sich auf diese Weise Bräute für ihre Söhne beschaffen. Millionen Männer im heiratsfähigen Alter finden allein in China keine Frau mehr.

Mehrere Polizeibeamten sowie ein älteren Mann mit Turban und ein Mädchen mit Kopftuch stehen vor einer Steinwand im Kreis.

Befreiung eines Mädchens, das an einen Mann verkauft und von vielen missbraucht wurde.

Ein Grund ist die Präferenz für Söhne in diesen Ländern. Söhne übernehmen traditionell die Altersversorgung für die Eltern. Für Töchter dagegen muss die Familie bei der Heirat eine Mitgift bezahlen. Und die Frau kümmert sich später um die Familie des Ehemannes - nicht die eigenen Eltern. Seit man durch Ultraschalluntersuchungen das Geschlecht von Babys bestimmen kann, wurden in Asien fast 200 Millionen weibliche Föten abgetrieben.

Eine ältere asiatische Frau steht draußen vor einer Reihe aufgehängter Zettel, um sie herum stehen Menschen.

Hochzeitsmarkt in China. Mütter suchen nach einer Frau für ihren Sohn.

Die Präferenz für Söhne in den Ländern ist nicht nur kulturell bedingt. Der dramatische Frauenmangel ist auch die Folge einer unter Federführung der USA vom Westen gesteuerten Politik. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die weltweite Panik vor einer Bevölkerungsexplosion geschürt. Hilfsgelder, unter anderem der Vereinten Nationen, fließen nur unter der Bedingung, dass die Geburtenrate in den Entwicklungsländern deutlich gesenkt wird. Dass in Asien erst mit Hilfe der vom Westen zur Verfügung gestellten medizinischen Geräte selektiv abgetrieben wird, ist den Geldgebern bekannt und durchaus gewünscht.

Ein Film von Antje Christ und Dorothe Dörholt
Redaktion: Caroline Imlau

Stand: 09.01.2019, 12:02