Die Schlachtfabrik

Eingesperrte Schweine hinter Gittern

Die Schlachtfabrik

Wie Tönnies um seinen Ruf kämpft

Clemens Tönnies ist Deutschlands bekanntester und umstrittenster Schlachter. Im Juni 2020 hatten sich in seiner Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück mehr als tausend Arbeiter und Arbeiterinnen mit Corona infiziert, ganz Deutschland schaute damals auf Tönnies.

Clemens Tönnies während eines Interviews vor der Kamera

Die Fleischindustrie wird von einigen wenigen großen Unternehmen dominiert. Der größte deutsche Schweineschlachter Tönnies erreicht einen Marktanteil von rund 30 Prozent. – Clemens Tönnies.

Der Ausbruch lenkte die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Zustände beim Branchenprimus Tönnies, sondern auch auf die Fleischindustrie insgesamt: Es ging vor allem um die Hygienemaßnahmen in den Fabriken, die Unterkünfte der Arbeiter und Arbeiterinnen und die umstrittenen Werkverträge. Zunehmend wurden aber auch die Lebensbedingungen der Tiere, die Situation der Bauern und die Umweltfolgen der Fleischproduktion thematisiert. Heftig unter Beschuss geraten, kündigte Clemens Tönnies im Sommer 2020 radikale Reformen an: Er wolle treibender Motor der Fleischwende sein und versprach: „Wir werden diese Branche ändern.“

Arbeitskräfte im Schlachthof bei der Arbeit

Schlachthöfe wie Tönnies beschäftigen vielfach ausländische Arbeitskräfte aus Ost- und Südosteuropa. Seit der Corona-Krise steigt der Druck auf die Schlachthofbetreiber deren Arbeitssituation zu verbessern.

Doch was hat sich seitdem getan? Ist Tönnies tatsächlich dabei, sein Unternehmen und die deutsche Fleischindustrie insgesamt zu modernisieren, nachhaltiger und grüner zu machen? Und wie weit ist er schon gekommen? Die Dokumentation zeigt, was an den Versprechungen und dem neuen Image dran ist.

Ein Film von Tatjana Mischke und Tom Ockers
Redaktion: Jessica Briegmann und Gudrun Wolter

Stand: 15.11.2021, 11:14