Die gescheiterte Wohnvision: Wie ein Stadtteil seinem Schicksal überlassen wird

die story 04.05.2022 44:26 Min. UT Verfügbar bis 31.12.2099 WDR Von Esat Mogul, Mareike Wilms


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Die gescheiterte Wohnvision – wie ein Stadtteil seinem Schicksal überlassen wird

Stand: 28.03.2022, 13:29 Uhr

Umran Kurt wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in einem Hochhaus in Köln-Finkenberg. Mittendrin in diesem Stadtteil, der geprägt ist von so vielen Problemen: hoher Arbeitslosigkeit, ein geringes Bildungsniveau, unverhältnismäßig hohe Mieten. Viele Nationalitäten - aber wenig Integration. Wie unter einem Brennglas kann man die Probleme unserer Gesellschaft hier beobachten. Auch Umran Kurt findet es schade, dass seine Kinder fast ohne Kontakt zu Deutschen aufwachsen.

Mann guckt zur Seite

Umran Kurt wohnt mit seiner Familie in einem der Hochhäuser in Köln-Finkenberg. Für ihn hat sich der Stadtteil zum Negativen verändert.

Dabei war alles so verheißungsvoll gestartet: Anfang der 1970er Jahren wurde der Stadtteil Köln-Finkenberg als „Demonstrativ-Bauvorhaben“ mit Millionen gefördert. Hier wollten Bund, Land und Stadt die Vision einer menschenfreundlichen Stadt umsetzen. Hier sollen Menschen aller Schichten zusammenleben: tolle Infrastruktur, viele Grünanlagen, eine gute Verkehrsanbindung und kulturelle Angebote inklusive. Und heute?

Mann guckt in Kamera.

Hardy Berscheid ist seit 22 Jahren in dem Stadtteil Köln-Finkenberg. Durch sein Engagement konnte er vielen Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen.

Hardy Berscheid hilft hier jetzt in einem Projekt Jugendlichen, die gar nicht mehr oder nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen. Einen geregelten Ablauf haben sie nie gelernt. Hardy Berscheid versucht, dass sie einen Schulabschluss machen oder sogar eine Ausbildung. Solange sie bei ihm in der Maßnahme sind, machen sie mit. Aber was ist ein halbes Jahr später: was wird aus ihnen? Gegen die großen Probleme kommt auch Hardy Berscheid nicht an.

Mann guckt in Kamera.

Rapper Amo kennt die „Demo-Siedlung“ schon seit seiner Kindheit. In vielen seiner Songs geht es um das Zusammenleben der unterschiedlichen Menschen in Porz-Finkenberg.

Die Story zeigt, wie eine große Wohnvision gescheitert ist. Wir sprechen mit den Menschen im Stadtteil über ihren Alltag, ihre Sorgen und Wünsche. Denn die Verlierer sind: sie. Was ist passiert? Und was tut jetzt die Politik?

Ein Film von Esat Mogul und Mareike Wilms
Redaktion: Sophie Schulenburg