Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie – Wie Konzerne den Klimawandel vertuschen

Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie – Wie Konzerne den Klimawandel vertuschen

Ein Film von Johan von Mirbach

Zwei Staatsanwaltschaften und mehrere Counties in den USA haben Ermittlungen gegen Exxon und andere Ölfirmen aufgenommen - wegen gezielter Irreführung der Öffentlichkeit beim Thema Klimawandel. Die Story deckt diesen Täuschungsversuch auf und geht Hinweisen nach, dass auch in Deutschland zweifelhafte Studien veröffentlich wurden.

Seit Donald Trump US-Präsident ist, gibt es eine neue und zugleich alte Sicht auf den weltweiten Klimawandel im Weißen Haus. Gute Zeiten für Ölfirmen wie Exxon und Shell, die seit 60 Jahren wissenschaftliche Studien und Kampagnen finanzieren, die den Klimawandel bis heute kleinreden. Neue Dokumente beweisen: Diese Firmen wussten seit 1957, dass das Verbrennen fossiler Brennstoffe das Klima verändert – eigene, streng geheim gehaltene Forschungen hatten das ergeben.

Die Ölunternehmen in den USA forschten aber nicht nur. Ingenieure von Exxon und Shell nutzen die Erkenntnisse über den zukünftigen Klimawandel schon seit Jahrzehnten für ihre Planungen: Ölbohrplattformen wurden wegen des stetig steigenden Meeresspiegels und der immer heftigeren Stürme höher und stabiler gebaut. Pipelines in der Arktis wurden wegen des schmelzenden Permafrostbodens stärker verankert.

Geochemiker Edward Garvey

Der Geochemiker Edward Garvey untersuchte ab 1977 die C02-Werte in der Luft für den Ölkonzern Exxon Mobil.

Der Klimawandel war damals ein Riesending“, sagt Geophysiker Edward Garvey der von 1978 bis 1983 für Exxon als Wissenschaftler arbeitete. Sein Fazit: „Wir hätten schon vor 30 Jahren etwas gegen den Klimawandel tun können!“

Stattdessen beauftragten die Firmen Gegenstudien, die über Lobbygruppen weit verbreitet wurden.

„Sie finanzierten bewusst Studien, um die eigenen Ergebnisse zu diskreditieren“, so Carroll Muffett, Vorsitzender des Center for International Environmental Law in Washington, einer NGO, die sich mit Umweltrecht befasst: „Für mich ist das der größte Skandal der Menschheitsgeschichte“.

Carroll Muffett

Der Anwalt Carroll Muffett hat die Täuschungen der Ölkonzerne aufgedeckt.

Mittlerweile haben zwei Staatsanwaltschaften und mehrere Counties in den USA Ermittlungen aufgenommen gegen Exxon und andere Ölfirmen - wegen gezielter Irreführung der Öffentlichkeit beim Thema Klimawandel.

Die Story deckt diesen Täuschungsversuch auf und geht Hinweisen nach, dass auch in Deutschland zweifelhafte Studien veröffentlicht wurden.

Produktion: a&o buero filmproduktion, Robert Tasso Pütz und Tristan Chytroschek

Autor: Johan von Mirbach
Redaktion: Gudrun Wolter

Stand: 04.10.2017, 14:01

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5 Kommentare

Neuester Kommentar von "Brigitte Müller", 13.11.2017, 11:01 Uhr:

Aus reiner Profitgier setzt die Petro-Industrie die Zukunft des ganzen Planeten aufs Spiel! Selbst Karl Marx hat sich diese Dimensionen nicht einmal vorstellen können, wenn er in "Das Kapital" (MEW Bd 23, S. 788, Fußnote 250) J. Dunning zitiert: "Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. ... 300 % und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens". Heute sind die großen amerikanischen Ölkonzerne in der Regierung Trump vertreten um dort auf höchster Ebene eine weltweite Klimapolitik zu verhindern. Ich bin FASSUNGSLOS!

Kommentar von "Brigitte Müller", 12.11.2017, 14:14 Uhr:

Fassungslos: Die Profitgier der Erdölindustrie rammt unseren Planeten gegen die Wand - seit 40 Jahren mit vollem Wissen der Erdölindustrie. Die Manipulatoren und Profiteure sind in Washington an der Macht. In einer Fußnote seines "Kapitals" hat Karl Marx schon die Grenzenlosigkeit der Profitgier thematisiert. Bevor ich diesen Dokumentarfilm hier sah dachte ich noch, mich könnte nichts mehr erschüttern. Fassungslos! Und ich glaube jedes Wort!

Kommentar von "Christoph Guthmann", 09.11.2017, 01:05 Uhr:

P. S. Wieso gräbt der WDR eigentlich jetzt so ne alte Story über Exxon Mobil etc. aus (die btw. auch nicht den angeblich menschengemachten Klimawandel nachweist)? Schließlich ist Exxon Mobil doch heute für das Pariser Klimaabkommen. (S. dazu FAZ vom 29.03.2017: "Exxon Mobil: Trump soll bei Vereinbarungen bleiben")

Kommentar von "Christoph Guthmann", 09.11.2017, 01:00 Uhr:

Gerne würde ich mal lesen: "Mittlerweile haben zwei Staatsanwaltschaften und mehrere Bundesländer Ermittlungen aufgenommen gegen [bestimmt Klima(folgenforscher) - wegen gezielter Irreführung der Öffentlichkeit beim Thema Klimawandel." Ist alles nachgewiesen und recherchiert, dass wir diesbezügl. von bestimmten getäuscht werden. Kurioserweise "recherchieren" die ÖR aber nur in die eine Richtung ...

Kommentar von "Andreas", 08.11.2017, 11:30 Uhr:

und welche Konsequenzen haben diese Erkenntnisse und Enthüllungen für die Konzerne? Keine! Keine Strafzahlungen, keine Sondersteuer, kein Verbot des Marktzuganges - NICHTS! Also Ziel erreicht. 80% der der Bevölkerung glauben den falschen Studien, die Regierungen entscheiden (nicht zuletzt auch dank Parteispenden und Pöstchen) im Sinne der Konzerne. Und zum Dank dürfen diese sogar über hre Lobbyisten und Anwälte an Steuergesetzgebungen mitarbeiten (die Schlupflöcher einbauen) über die ihre Gewinne auch noch steuerfrei bleiben. Das ganze System ist korrupt durch und durch und funktioniert so lange weiter wie es Idioten gibt die brav ihre Lohnsteuer blechen und die Zeche finanzieren. Die Profiteure des ganzen Systems bleiben ungestraft. Schön aber die Gewißheit daß auch sie ihren Kindern und Enkel keine Reserve-Planeten vererben können sondern diese mit uns allen untergehen werden Hilft mir und meinen Enkeln leider wenig