Die dunkle Seite des deutschen Rap

Die dunkle Seite des deutschen Rap

Über Antisemitismus im deutschen Rap wird nicht nur in der Musikszene heftig debattiert. Die Story fragt nach: Wer sind die Akteure? Um was geht es in den Rap-Texten wirklich? Wirklich um Judenhass?

HipHop ist die größte Jugendkultur Deutschlands. Rapper machen Millionen-Umsätze mit ihrer Musik, sind sehr erfolgreich in den Streamingdiensten und bei Youtube. Nicht selten haben ihre Videos über 10 Millionen Klicks.

Doch es gibt eine dunkle Seite: Selbst bekannte Rapper kokettieren mit antisemitischen Klischees. „Es ist ein einfaches Spiel die härtesten Textzeilen zu rappen, Antisemitisches zu rappen und sich nachher immer darauf zu berufen, dass das nur eine Kunstform sei“, so Daniel Neumann, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde in Hessen.

Über Antisemitismus im deutschen Rap wird nicht nur in der Musikszene heftig debattiert. Die Story fragt nach: Wer sind die Akteure? Um was geht es in den Rap-Texten wirklich? Wirklich um Judenhass?

Jugendliche der Gruppe „Heroes“ in Offenbach auf der Straße.

Jugendliche der Gruppe „Heroes“ in Offenbach. Die 16- bis 19-jährigen konsumieren deutschen Rap und haben eine klare Haltung zu den Antisemitismusvorwürfen der Szene.

Die Story geht auf Schulhöfe und fragt nach, wie die Texte Jugendliche beeinflussen. In Offenbach sagt ein Schüler: „Jude ist hier ein gängiges Schimpfwort. Das habe ich in der Grundschule schon so gehört. Das heißt so, wenn man geizig ist.“ Auch andere Schüler finden Sätze wie „Alta, du Jude“ nicht schlimm. Das sei Teil ihrer Jugend, sei nicht böse gemeint und gehöre einfach zu der Musik, die sie hören.

Jugendliche laden Songs umstrittener deutscher Rapper zigtausendfach aufs Handy. Ist das der neue Soundtrack auf deutschen Schulhöfen?

Ein Film von Viola Funk

Redaktion: Nicole Kohnert und Jo Angerer

Stand: 20.02.2018, 14:01

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14 Kommentare

Neuester Kommentar von "throgh", 14.04.2018, 14:21 Uhr:

An alle Teilnehmer, die diesen Beitrag vermeintlich unnötig finden: Schaut nur einmal in der deutschen Geschichte zurück. Erinnert euch und ihr werdet entdecken, dass ein faschistoides System nicht einfach so entsteht sondern schlicht und ergreifend durch aufeinander folgende Aktionen und Reaktionen. Demagogie, Hass, Vorurteile und falsche Fakten gehen eine mehr als bedenkliche Symbiose ein und das Ende kann dann schnell abgeleitet werden. Dann will sich eine Gesellschaft vermeintlich "rein" halten. Lernt ihr denn noch etwas aus all den Filmen, Dokumentationen, Büchern und sonstigen Werken? Oder geht es nur um den Konsum schlechthin und die anschließende Verleugnung?

Kommentar von "Jannik", 06.04.2018, 21:51 Uhr:

Auch für mich als deutsch Rap Fan sehr interessant

Kommentar von "antilope", 04.04.2018, 20:50 Uhr:

@don.corleone "Ist Antisemitismus strafbar ? so weit ich weiß, nicht . Warum das Theather dann ?" Das hier ist ein TV-Beitrag und kein Rechtsgutachten. Es geht nicht um strafbar oder nicht. Es geht allein um eine Bestandsaufnahme, wo und in welcher Form im deutschen Rap antisemitische Texte produziert werden. Kritik =! Verbotsforderung. @Jan L "Kollegah hat San Diego aka Spongebozz groß gemacht. Und hatte ein Album mit ihm, wenn er antisemit ware, hätte er wohl kaum ein Teil seiner Karriere mit ihm Verbracht oder ?" Doch. Der Punkt ist: Es schließt sich nicht aus, dass jemand persönlich jüdische Menschen kennt, ja sogar mit ihnen befreundet ist, und trotzdem antisemitische Aussagen trifft. In seinem Track "Apokalypse" werden Juden dämonisiert und mit dem Bösen identifiziert, das muss man leider so sagen. Da hilft es leider wenig, mit wem er schon alles ein Album rausgebracht hat.

Kommentar von "Maxi", 04.04.2018, 20:29 Uhr:

Sehr guter Beitrag! Ich finde es echt wichtig, dass man über das Thema redet. Antisemitismus beginnt ja nicht erst da, wo jemand rundheraus sagt, er hasse Juden. Sondern auch schon da, wo ein strukturell antisemitisches Weltbild mit den Juden als Verschwörerkreis entworfen wird, wie das in Kollegahs Machwerk "Apokalypse" passiert. Die geballte Ladung Verschwörungsgeschwurbel, die einem da entgegenschlägt, hat mich wirklich erschreckt.

Kommentar von "Na ja ", 31.03.2018, 10:03 Uhr:

Und es hat nichts mit Islam zu tun ? Komischer Bericht ,fällt unter Tatsachen vernebeln.

Kommentar von "Pierre", 31.03.2018, 00:31 Uhr:

Also ich finde den Beitrag völlig unnötig, das Niveau gleicht einem YouTube Video. Ich finde, Susanne, hat recht "Kritik an Israel muss in Bezug auf Palästina erlaubt sein." und auch was Jan sagt "Als Herr Böhmermann über Erdogan sagte er möge es Ziegen zu ficken, hieß es Meinungsfreiheit und Kunst." Ich persönlich mag überhaupt kein RAP aber sorry, das war eine schlechte Story!

Kommentar von "Bernhard Thiesing", 30.03.2018, 21:42 Uhr:

Gegen Ende (ab ca. Minute 37') wird unter Zuhilfenahme von Koljah und seiner proimperialistischen "anti"deutschen Antilopen Gang erneut die verlogene Story von Antizionismus = Antisemitismus aufgetischt. Der Rapper Kollegah (Felix Blume) transportiert aber in "Apokalypse" tatsächlich antisemitische Inhalte.

Kommentar von "X", 30.03.2018, 21:27 Uhr:

Es ist wichtig, diverse Musiker zu bestrafen. Denn die Jugendlichen lassen, sich viel zu sehr von diesen Kanalratten motiviert Drogen zu konsumieren oder anderes Zeugs. Judenfeindlichkeit gehört zur Tagesordnung... man höre sich Hengzt, Kaiser etc an. Ich fand einiges an Rap früher spannend. Aber Mittlerweile empfinde ich es als große deutsche Last.

Kommentar von "don.corleone", 30.03.2018, 16:29 Uhr:

Ist Antisemitismus strafbar ? so weit ich weiß, nicht . Warum das Theather dann ? Oder sind d. Israelis "Heilige Kühe" ? Die Brutalität d. israelischen Staates spricht für sich und dann hier sich aufregen, wenn fast keiner d.Staat mag ....Ist doch das zwingende Fazit ...!

Kommentar von "Dnl", 29.03.2018, 15:44 Uhr:

Ein Davidstern auf dem Ring? Sowas schimpft sich Wissenschaftler, das ist doch eindeutig ein Pentagramm. Und was der Kollege noch von sich gibt hört sich eher an wie ne Kunstwissenschaftliche Analyse von Coldmirror, das kann doch nicht ernst gemeint sein. Man sieht nur das, was man sehen will. Deutschrap provoziert und die versteiften Moralapostel ziehen sich irgendwas aus den Fingern, da sie sich angegriffen fühlen von einer Kultur, die sie nicht verstehen. Ob Homophobie und Frauenfeindlichkeit in die Texte von Rappern gehören kann man diskutieren, aber Antisemitismus im Rapgame ist weit hergeholt.

Kommentar von "Anonym", 29.03.2018, 14:51 Uhr:

Hallo, ob Sexismus, Homophobie, Drogen, Waffengewalt oder Antisemitismus: Es ist den HipHop-"Künstlern" vollkommen egal, was sie inhaltlich verbreiten, solange es provoziert und Aufmerksamkeit bringt und sie dazu noch ihrem kläglichen Männerbild des harten Typen entsprechen. Das hättet ihr doch vielleicht mal mit thematisieren können. Das Problem im DeutschRap auf Antisemitismus zu reduzieren, ist echt zu billig. Und ihr habt damit auch noch genau das getan, was die Rapper wollen, wenn sie antisemitisch Rappen: Ihr sprecht über sie. Ihr müsst cleverer sein!