Der Fußball und der Terror - Russlands WM zwischen Euphorie und Angst

Der Fußball und der Terror - Russlands WM zwischen Euphorie und Angst

Die Fußball-WM soll ein großes, fröhliches Fest werden und Russlands Prestige in der Welt mehren. Für die russischen Sicherheitsdienste ist die Mega-Veranstaltung eine Herausforderung: Sie sehen eine große Gefahr durch Terror-Anschläge. Russland, das sich gern als der wichtigste Terrorbekämpfer in Syrien präsentiert, ist längst selbst eines der Zentren islamistischer Extremisten geworden. Grund ist auch der Umgang des Staates mit jenen, ohne die die Weltmeisterschaft gar nicht stattfinden könnte: Den muslimischen Arbeitern aus den Republiken Zentralasiens, aus Tadschikistan und Usbekistan, die unter größtem Zeitdruck die Stadien bauen.

Damit alles rechtzeitig fertig wird, hat Russland sogar die Arbeitsschutzgesetze massiv gelockert - die Leidtragenden sind die Arbeitsmigranten. Sie werden oft um ihre Löhne gebracht und später abgeschoben. Ihr Alltag wird von korrupten Beamten und Angst vor Ausweisung bestimmt. Viele werden so zur leichten Beute für islamistische Prediger.

Ein arabisch aussehender Mann steht in der Mitte einer Menschenmenge und spricht zu diesen.

Der Tadjike Isaat Amon ist Anwalt in Moskau. Er kümmert sich um seine Landsleute, die hier als Wanderarbeiter leben. Durch ihr hartes Leben werden sie leicht zu Opfern des sogenannten Islamischen Staates, der ihnen gern Hilfe anbietet. Amon versucht, dem entgegen zu wirken, auch in der größten Moschee des Landes.

Dieser Film zeigt die Schattenseiten der Milliardenshow Fußball-WM. Er beleuchtet die Motive, mit denen viele Zentralasiaten in den „Heiligen Krieg“ ziehen. Er lässt aber auch Menschen zu Wort kommen, die unter falschem Terrorverdacht und russischen Repressionen leiden. „Die Story“-Autorinnen Birgit Virnich und Olga Sviridenko reden mit Betroffenen, mit Familienangehörigen, Anwälten und Experten und reisen in abgelegene Regionen Zentralasiens, wo sich immer mehr Menschen dem Dschihad anschließen. Studien gehen davon aus, dass sich die Zahl der Dschihadisten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in den vergangenen vier Jahren verdreifacht hat.

Ein Film von Birgit Virnich und Olga Sviridenko

Redaktion: Norbert Hahn

Stand: 17.05.2018, 14:26