Bauern in der Klemme – Welche Zukunft hat die Landwirtschaft?

Bauern in der Klemme – Welche Zukunft hat die Landwirtschaft?

Ein Film von Tanja Reinhard und Jörg Laaks

Viele Landwirte haben große Summen in modernste Technik investiert und sich damit verschuldet. Moderne Technik, hochgezüchtete Rassen, der Einsatz von Dünger – alles für mehr Ertrag - das gilt seit Jahren bei Politik und Verbänden als Überlebensgarantie der Landwirtschaft.

Mehr als 500 Bauern haben allein in NRW innerhalb eines Jahres ihre Milchkühe abgeschafft. Etliche Höfe sterben. Der Milchbauer Peter Habbena hat Angst, dass ihm dasselbe passieren könnte. Er findet kaum noch Schlaf. In der Milchpreiskrise der letzten Jahre hat er für jeden Liter Milch draufgezahlt, und steckt finanziell in Schwierigkeiten. Damit ist er nicht allein. Viele Landwirte haben große Summen in modernste Technik investiert und sich damit verschuldet. Moderne Technik, hochgezüchtete Rassen, der Einsatz von Dünger – alles für mehr Ertrag - das gilt seit Jahren bei Politik und Verbänden als Überlebensgarantie der Landwirtschaft.

Ist das richtig? Immer öfter hört man von Landwirten aber auch von Experten Kritik: Die Tiere, die Felder auf Ertrag zu optimieren sei falsch. Zudem setze die Politik falsche Anreize. Gefördert wird in Deutschland nach Größe des Betriebes. Je größer desto mehr Geld.

 Tanja Busse

Tanja Busse ist Autorin, sie ist selbst auf einem Bauernhof groß geworden.

Hochtechnisierte Großbetriebe als Zukunftsmodell unserer Landwirtschaft? Können und wollen die Bauern das wirklich? Das hinterfragt auch Tanja Busse. Sie ist selbst auf einem Hof groß geworden. Besucht verschiedene Landwirte in Deutschland, um eine Antwort darauf zu finden, wie die in Zukunft überleben können. Sie trifft auf Jungbauer Phillip Brändle, der mit seiner Freundin auf der Suche nach ihrem Traumbauernhof ist, wo die beiden ihre Vision von nachhaltiger Landwirtschaft verwirklichen können. Eine Landwirtschaft, in der sie als Bauer arbeiten wie „früher“, mit Rindern auf der Weide und als weitgehend selbstbestimmte Vermarkter der eigenen Produkte.

Phillip Brändle kniet auf einem seiner Felder

Phillip Brändle sucht einen eigenen Hof. Er setzt auf ökologischen Landbau mit regionaler Vermarktung.

Und sie trifft auf den konventionell arbeitenden Schweinemäster Marcus Holtkötter aus dem Münsterland, der vor allem mit dem öffentlichen Ansehen zu kämpfen hat. Tierschutzorganisationen beschimpfen Landwirte wie ihn als Tierquäler und Mörder. Dabei liefert er Fleisch für die Verbraucher, die im Supermarkt ins Regal greifen. Holtkötter hat sich jetzt mit anderen Bauern zusammengeschlossen: In Bloggercamps lernen sie, wie man sich im Netz zu Wehr setzt gegen Hetze und Kritik.

Tanja Busse im Gespräch mit dem Chef der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft Carl-Albrecht Bartmer

Tanja Busse im Gespräch mit dem Chef der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft Carl-Albrecht Bartmer: Wo soll die Reise hingehen ?

Landwirt zu sein im Jahr 2017 das ist nicht unbedingt einfach. Die Story fragt bei Landwirten, Verbänden, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU): Warum haben die Bauern teils so einen schweren Stand und wer trägt die Verantwortung? Werden die Subventionen richtig verteilt? Und, welche Zukunft hat die deutsche Landwirtschaft?

Autoren: Tanja Reinhard und Jörg Laaks
Redaktion: Nicole Ripperda

Stand: 17.07.2017, 12:30

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2 Kommentare

Neuester Kommentar von "Anonym", 28.08.2017, 23:31 Uhr:

Dieser konventionelle Schweinebauer ist echt ein verblendeter Kleingeist. Er malt sich seine Welt wie es ihm passt und reduziert ein gravierendes Problem in der Landwirtschaf auf das Hausrecht. Wenn ich es nicht so traurig finden würde müsste ich fast lachen!

Kommentar von "Bertrams, Peter ", 24.08.2017, 00:35 Uhr:

Ihre Sendung fand ich gut! Nur gibt es eine Sparte der Landwirtscht der geht es noch schlechter als den Milchbaueren. Und zwar Zierpflanzen-Gartenbaube- Triebe unter 10000qm Hochglas..