Sylt - Ausverkauf einer Luxusinsel

Sylt - Ausverkauf einer Luxusinsel

Ein Film von Johannes Höflich und Jo Angerer

Sylt ist in: Wer auf sich hält, macht hier Urlaub. Oder - noch mondäner – er kauft sich eine Immobilie. Immer teurer werden die Objekte, so teuer, dass die Einheimischen längst auf der Strecke geblieben sind.

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Neubauten gibt es fast nur noch durch Investoren, die in der Nähe der letzten halbwegs ruhigen Strandabschnitte Luxusherbergen errichten. Ganz normale Häuser werden zu Preisen verkauft, die den Bestlagen Münchens oder Düsseldorfs entsprechen. Immer mehr Sylter finden keine bezahlbare Wohnung mehr und müssen die Insel verlassen.

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Sylt stirbt aus: Auch die Freiwillige Feuerwehr in Rantum findet keinen Nachwuchs mehr

Das hat dramatische Folgen: Die Sylter werden zu Dienstleistern von reichen Zweitwohnungsbesitzern in den Dörfern, die früher ihre Heimat waren. Die Kirche, die Kneipe und das Vereinsleben gibt es nicht mehr. Sogar Bildung wird zum Luxusgut: Während staatliche Schulen auf der Insel geschlossen werden, und die Kinder der wenigen noch auf der Insel lebenden Sylter weite Schulwege in Kauf nehmen müssen, sollte ein neues Luxusinternat gebaut werden. Doch es fanden sich nicht genügend wohlhabende Sprösslinge – nun sollen offenbar stattdessen Wohnungen gebaut werden. Doch auch die werden sich die Sylter kaum leisten können.

die story zeigt die Situation aus der Perspektive von Sylter Bürgern.

Autoren: Johannes Höflich und Jo Angerer
Redaktion: Mathias Werth

Stand: 18.06.2015, 14:06