Südfrüchte auf dem Prüfstand – Wie gut sind Banane, Orange und Co?

Südfrüchte auf dem Prüfstand – Wie gut sind Banane, Orange und Co?

Banane, Drachenfrucht und Kumquat – Wir Deutschen greifen gerne zu exotischen und ausgefallenen Früchten. Doch woher genau kommen sie und kann man sie guten Gewissens essen?

Der Bananenanbau – Genuss zu welchem Preis?

Die Banane ist in Deutschland die beliebteste exotische Frucht. 11,7 Kilogramm Bananen isst ein Deutscher durchschnittlich pro Jahr. Allerdings stehen die Produktionsverhältnisse stark in der Kritik: Da sie hauptsächlich als Monokultur angebaut wird und eine geringe genetische Vielfalt besteht, ist die Banane hochempfindlich für Schädlinge, Pilze und Krankheiten. Aus diesem Grund setzen die Plantagenbesitzer große Mengen von Insektiziden und Pestizide ein.

Von Hand oder mit dem Flugzeug werden die Chemikalien versprüht. Eine weitere Methode: Die Bananenbündel werden mit einer Plastiktüte umhüllt, die mit einem Insektizid imprägniert ist. Die Folgen dieses Pestizid-Einsatzes sind weitreichend. Umweltschutzorganisationen warnen vor der Anreicherung der eingesetzten Gifte in den umliegenden Gebieten, sie gelangen in das Grundwasser und in die dort angebauten Lebensmittel.
In Deutschland regulieren das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und die europäische Verordnung (EG) Nr. 396/2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Diese Vorschriften legen fest, wie hoch die Rückstandsmengen von Pestiziden in Südfrüchten sein dürfen. Sie beziehen sich immer auf die ganze Frucht mit Schale und nicht nur auf den essbaren Teil. Der essbare Anteil ist somit meistens deutlich weniger belastet als das Lebensmittel im Ganzen.

Die Zeitschrift Öko-Test hat (im Januar 2018) 22 Bananensorten untersucht. Dabei schnitten nur die Bio-Produkte mit Fairtrade-Kennzeichnung „sehr gut“ ab. Bei den konventionellen Früchten reichten die Ergebnisse von „befriedigend“ bis „ungenügend“. Grund dafür war unter anderem die hohe Pestizidbelastung, die in einigen Fällen nicht nur die Schale, sondern auch das Innere der Frucht betraf. Alternativen zu den konventionell vertriebenen Bananen sind fair gehandelte und Bio-Bananen. Diese sind weniger belastet und garantieren besser Arbeitsbedingungen für die Bananenbauern auf den Plantagen.

Vorsicht bei behandelten Zitrusfrüchten

Zitrusfrüchte werden oft mit Oberflächenbehandlungsmitteln konserviert, um sie vor dem Verderb zu schützen. Die verwendeten Pestizide sind immer gekennzeichnet, z.B.konserviert mit Perchlorat und Thiabendazol“. Steht auf Zitrusfrüchten die Angabe „unbehandelt“, so bedeutet dies nur, dass die Schale nach der Ernte nicht mehr behandelt wurde. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Früchte während ihres Wachstums dennoch mit Pestiziden besprüht wurden. Gleiches gilt für die Angabe „essbare Schale“. Nur Bio-Früchte wurden weder vor noch nach der Ernte behandelt. Die Schale (z.B. als Zeste oder Abrieb) also nur von Bio-Zitronen oder -Orangen verwenden, denn die eingesetzten Pestizide können krebserregend sein. Vor dem Verzehr konventioneller Früchte (hier nur das Fruchtfleisch verwenden) sowohl die Frucht als auch die Hände gut waschen!

Stand: 11.10.2018, 11:35

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