Wie gut sind Sekt und Champagner?

Der Vorkoster - Richtig prickelnd? Wie gut sind Sekt und Champagner? Der Vorkoster 30.12.2019 44:04 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2020 WDR

Wie gut sind Sekt und Champagner?

An Silvester fehlt er fast nie. Und auch bei anderen festlichen Anlässen greifen wir gerne zu einem Glas Sekt oder Champagner. Vorkoster Björn Freitag gibt jede Menge Tipps und Tricks zum Festgetränk Nr. 1.

Knapp 300 Millionen Liter haben die Deutschen 2015 gekauft. Von herb über halbtrocken bis mild, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Beim Kauf eines Schaumweins geht es den Deutschen mehr um die Marke als um den Preis. So sind es rund 42%, die so ihre Sektwahl treffen. Hierzulande wurden 12 Millionen Flaschen Champagner (á 0,75l) in 2015 verkauft. Das ist jedoch im Vergleich zu Frankreich wenig. Dort waren es 2015 ca. 161 Millionen Flaschen.

Schaumwein - Was ist das eigentlich?

Als Schaumwein bezeichnet man generell weinhaltige Getränke, die einen bestimmten Alkoholgehalt und Flaschendruck haben sowie Kohlensäure enthalten. Die Kohlensäure entsteht bei einer zweiten Gärung in einem Grundwein, dem Hefe und Zucker beigefügt wird. Der Mindestalkoholgehalt von zehn Prozent ist bei allen Schaumweinen festgelegt, ebenso wie der Flaschendruck von 3.5 bar. Dennoch gibt es zwischen den einzelnen Sorten einige Unterschiede:

  • Jahrgangssekt enthält 85 Prozent Trauben aus einem Jahrgang – das ist vorgeschrieben. Der jeweilige Jahrgang muss auf dem Etikett ausgezeichnet werden.
  • Rebsorten Sekt darf zu 85 Prozent aus nur einer Rebsorte bestehen. Die verwendete Sorte muss ebenfalls auf dem Etikett ausgezeichnet werden (z.B. „Riesling Sekt“).
  • Champagner muss durch traditionelle Flaschengärung in der Champagne, nach streng festgelegten Regeln hergestellt worden sein. Champagner ist also eine geschützte Herkunftsbezeichnung.
  • Prosecco ist ebenfalls eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Sie bezeichnet italienische Stillweine, Perlweine und Schaumweine aus der Provinz Venetien. Beim Prosecco gibt es vier Kategorien, die sich auf die Qualität des Schaumweins beziehen: Tranquillo, Frizzante, Spumante und Superiore.
  • Crémant ist ein Qualitätsschaumwein aus bestimmten Anbaugebieten, wie Elsass, Burgund oder Loire. Er wird ebenfalls durch traditionelle Flaschengärung hergestellt.
  • Cava ist ein spanischer Qualitätsschaumwein. Er reift traditionell in kühlen Kellergewölben (spanisch: cueva = Höhle, Keller).

Herstellung - Vom Rebstock in die Flasche

Champagner wird ausschließlich aus den Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder, blaue Traube), Pinot Meunier (blaue Traube) und Chardonnay (weiße Traube) hergestellt. Diese wachsen auf ganz bestimmten „Trottoirs“ (Bodenbeschaffenheit und klimatische Bedingungen) wie beispielsweise Kalkstein. Die Beschaffenheit des Bodens spiegelt sich auch im Geschmack des Champagners wieder. So zeichnet sich Champagner aus diesen Gebieten oft durch eine mineralische Note aus.

Sind die Trauben geerntet und zum Weinhersteller gebracht, wird aus ihnen die Cuvée (Grundwein-Mischung). Es ist die verantwortungsvolle Aufgabe des Kellermeisters eine gelungene Mischung aus verschiedenen Weinen herzustellen, aus denen der Schaumwein entsteht. Der Grundwein-Mischung fügt man die sogenannte „Fülldosage“, eine Mischung aus Zucker und Hefe hinzu. Ist dies geschehen, kann die zweite Gärung beginnen, bei der aus dem Grundwein der Schaumwein entsteht.

Für diese zweite Gärung gibt es drei unterschiedliche Verfahren. Bei jedem gilt: Je länger die Hefe dabei im Schaumwein verbleibt, desto intensiver ist der Geschmack.

1. Traditionelle Flaschengärung ist das teuerste und aufwendigste Verfahren. Es ist auch als Champagner-Methode bekannt. Der Grundwein gärt dabei für mindesten neun Monate in Einzelflaschen.
2. Flaschengärung ist auch als Transvasier-Verfahren bekannt. Der Sekt reift zunächst in einzelnen Flaschen und wird anschließend in Tanks gefüllt.
3. Die Tankgärung ist das günstigste Verfahren und wird bei den meisten im Supermarkt erhältlichen Sekten angewendet. Der Sekt gärt hierbei von Anfang an in großen Tanks und wird erst hinterher in Flaschen abgefüllt.

Wie ungesund sind Sekt und Champagner?

Während geringe Dosen Alkohol sich durchaus positiv auf unseren Körper auswirken können, schädigen größere Mengen unseren Organismus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Frauen täglich maximal 10 Gramm und Männern 20 Gramm Alkohol zu sich zu nehmen. Das sind ca. 100 ml Sekt á 11 Prozent Alkohol für eine Frau und 200 ml Sekt für einen Mann.

Was viele nicht wissen: Sekt und Champagner sind die Kalorienbomben unter den Alkoholika. Besonders süßer Sekt hat es in sich. So enthalten 100 Milliliter etwa 120 Kcal. Das sind ungefähr dreimal so viele Kcal wie in der gleichen Menge Cola.

Als Aperitif sind Sekt und Champagner jedoch zu empfehlen. Laut Untersuchungen der Universität Heidelberg stimulieren Schauweine und ähnlich hergestellte alkoholische Getränke die Magensäuresekretion nahezu maximal.

Süßegrade

Sekt und Champagner gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Den Süßegrad kann man der Produktbeschreibung auf den Etiketten entnehmen. Je länger ein Sekt reift und je weniger Zucker er am Ende enthält, desto herber ist er. In den Supermärkten finden wir am häufigsten Sekt mit der Beschreibung „Brut“. Hier ein kleiner Überblick:

  • Brut Nature, Natur herb: ohne oder unter 3g Zucker/l.
  • Extra brut, Extra herb: bis 6g Zucker/l.
  • Brut, Herb: bis 15g Zucker/l.
  • Extra dry, Extra trocken: 12g bis 20g Zucker/l.
  • Sec, dry, trocken: 17g bis 35g Zucker/l.
  • Demi sec, medium dry, halbtrocken: 33g bis 50g Zucker/l.
  • Doux, süß, mild: 50g Zucker/l.

Welcher Schaumwein zu welchem Gericht?

Wer gerne fruchtige Sekt-Sorten trinkt, sollte diese mit mildem Käse kombinieren. Zu einem Champagner, der gereift und herb ist, passt eher ein kräftiger Parmesan. Ein solcher Champagner harmoniert auch besonders gut mit Rind, Lamm, Ente und Gans.

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