Tee neu entdeckt: Modern, lecker – aber auch gesund?

Tee neu entdeckt: Modern, lecker – aber auch gesund? Der Vorkoster 16.07.2020 28:50 Min. Verfügbar bis 16.07.2021 WDR

Tee neu entdeckt: Modern, lecker – aber auch gesund?

Von Jennifer Dent

Gerade jetzt, wenn es draußen ungemültlich kalt ist, freuen wir uns besonders auf einen heißen Tee. Farbenfroh und mit fruchtigen oder herb-würzigen Aromen wärmt er uns von innen.

Tee hat im Allgemeinen ein sehr positives Image: Er gilt als gesund, wohltuend, beruhigend und entspannend. Nach Wasser ist Tee das weltweit am meisten konsumierte Getränk.

Circa 57.282 Tonnen Tee verbrauchten die Deutschen im Jahr 2014. Dabei haben wir – im Unterschied zu den meisten anderen Ländern – eine Vorliebe für Kräuter- und Früchtetees. Sie machen zwei Drittel des hier getrunkenen Tees aus. Nur ein Drittel des Verbrauchs entfällt auf grünen und schwarzen Tee. Diese Teesorten importieren wir aus 40 verschiedenen Ländern. Haupt-Teeimporteur ist dabei China mit einem Importanteil von 14.341 Tonnen, gefolgt von Indien mit 10.522 Tonnen.

Bei den Kräuter- und Früchtetees sind in Deutschland Teemischungen am beliebtesten. Sie machen mit 47,2 Prozent knapp die Hälfte des gesamten Absatzes aus. Bei den reinen Sorten sind Pfefferminze, Fenchel, Kamille, Rotbusch und Hagebutte die Klassiker.

Die Geschichte des Tees

Vor mehr als 5.000 Jahren begannen die Chinesen Tee anzubauen. Etwa 552 n. Chr. brachten dann erstmals buddhistische Mönche den Tee von China nach Japan. Bis zum 17. Jahrhundert trank man Tee ausschließlich als grünen Tee. Erst zu dieser Zeit entstanden Tees mit intensivem Aroma und orangeroter Färbung.

Erst ab 1610 importierte die holländische Ostasien-Companie den chinesischen und japanischen Tee nach Europa (Amsterdam). Von Holland aus verbreitete sich das neue Aufgussgetränk nach Deutschland, Frankreich und England. Obwohl das erste Teehaus in London bereits 1614 eröffnete, stiegen die Engländer erst 55 Jahre später in den Teehandel ein. Die britische „East India Company" erlangte schnell eine Monopolstellung im Teegeschäft und behielt diese bis 1833.

Bis ins 19. Jahrhundert dominierte Tee aus China den Weltmarkt. Die Engländer bezahlten diesen mit Opium. Als sich die chinesische Regierung jedoch dieser Praxis widersetzte, begannen die Briten, die Teeproduktion in ihren Kolonien (Indien, Ceylon, Afrika) voranzutreiben. Den Engländern war vor allem daran gelegen, den in Europa besonders beliebten schwarzen Tee herzustellen. Diesen Tee entwickelten die Chinesen in den 1840er Jahren speziell für den Export in den Westen.

Um mehr über die Teepflanze zu erfahren, schleusten die Briten den Botaniker Robert Fortune als chinesischen Kaufmann getarnt auf chinesischen Plantagen ein. Er lüftete das Geheimnis, dass der schwarze Tee und der grüne Tee aus dergleichen Teepflanze stammen und sich nur im Behandlungsverfahren der Blätter bei der Teeherstellung unterscheiden. Durch diese Entdeckung waren die Engländer nicht mehr auf den Import chinesischen Tees angewiesen.

Stand: 10.07.2020, 16:30

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