Neue Folge: Flüssiges Gold – woher kommt unser Honig und wie gut ist er tatsächlich?

Flüssiges Gold – woher kommt unser Honig und wie gut ist er tatsächlich? Der Vorkoster 18.11.2019 43:33 Min. UT Verfügbar bis 17.11.2020 WDR

Der Vorkoster

Neue Folge: Flüssiges Gold – woher kommt unser Honig und wie gut ist er tatsächlich?

Honig zählt zu Deutschlands beliebtesten Brotaufstrichen. Rund ein Kilo Honig verzehren wir durchschnittlich im Jahr. Der Bedarf ist so groß, dass rund 70 Prozent des Honigs durch Importe aus Ländern wie Mexiko, Argentinien oder der Ukraine gedeckt werden müssen. Was bedeutet das für die Honigqualität und den Verbraucher? Das möchte Björn Freitag herausfinden.

Was macht guten Honig aus?

Wie die Verbraucherzeitschrift Stiftung Warentest in ihrem Februarheft 2019 resümiert, ist gute Honigqualität mit bloßem Auge schwer erkennbar (Ausgabe 02/2019: „Bittersüßes Frühstück“). Von den 36 getesteten Honigen fielen 10 durch. Gründe dafür waren unter anderem Wärmeschäden am Honig, Spuren von Pflanzenschutzmitteln und anderen kritischen Stoffen, oder dass Sortenhonige laut Pollenanalyse eine untypische botanische Herkunft aufwiesen. Als Naturprodukt darf Honig weder zu früh geerntet noch nachbearbeitet, verändert oder zu stark erhitzt werden. Erfreulich ist, dass guter Honig durchaus günstig sein kann. Auch Discounter-Produkte schnitten mit guten Bewertungen ab.

Undurchsichtige Mischung: Gepanschter Honig Undurchsichtige Mischung: Gepanschter Honig

Honig zu strecken ist relativ einfach, dafür schwer nachweisbar. Wer Honig mit günstigem Zuckersirup mischt, kann damit den Profit steigern. Das ist zwar nicht gesundheitsschädlich, aber eine Verbrauchertäuschung. Verschiedene Honige zu mischen ist hingegen erlaubt. Vor allem industriell produzierter Honig ist oft eine Mischung aus europäischen Honigchargen und Honig aus Übersee. Auf dem Etikett ist dies dann als „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ zu deklarieren. Woher die Honige stammen, ist für den Verbraucher nicht nachvollziehbar.

Was besagen die Siegel?

Das Bild zeigt Honig mit dem Siegel "Echter Deutscher Honig".

Echter Deutscher Honig“ ist am charakteristischen Glas und Etikett erkennbar. Das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes folgt strengeren Richtlinien als der gesetzlich vorgeschriebenen Honigverordnung. Stichprobenartig werden diese Honige darauf getestet, ob sie aus Deutschland stammen, naturbelassen sind und der Wassergehalt nicht über 18 Prozent liegt. Bei Bio-Honig liegt der Fokus verstärkt auf der artgerechten Bienenhaltung. Hier darf nur natürliches Material für die Bienenstöcke verwendet werden. Gegen Schädlinge wie die Varroamilbe setzen Bio-Imker keine synthetischen, sondern organische Säuren ein. Außerdem stutzen sie der Bienenkönigin nicht die Flügel. Generell gilt, dass Honig vom regionalen Imker aus Verbrauchersicht das transparenteste Produkt darstellt.

Von Frühjahr bis Herbst: süße Geschmacksvielfalt

Honig ist ein natürliches Süßungsmittel, das zum Großteil aus Frucht- und Traubenzucker und einem geringeren Wasseranteil bis zu 20 Prozent besteht. Lediglich etwa drei Prozent machen Eiweiße, Enzyme und Mineralstoffe aus. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sollte Honig also nicht überschätzt werden. Als Genussmittel ist Honig allerdings vielfältig in Geschmack, Farbe und Konsistenz. Allgemein gilt, dass hellere Honigarten wie Blüten- oder Akazienhonig eher lieblich im Geschmack sind. Sie werden oft im Frühjahr gewonnen. Dunkle, herbstliche Sorten, beispielsweise Kastanien- oder Waldhonig, schmecken kräftiger und herber.

Mehr als ein Hausmittel: Wundheilung durch Honig

Auch im medizinischen Bereich besitzt Honig Potenzial. Er wirkt antibakteriell, da er Wunden Wasser entzieht. Sein saurer pH-Wert verhindert außerdem bakterielles Wachstum. Vor allem der aus Neuseeland stammende Manuka-Honig dient als Basis für medizinischen Honig. Er enthält besonders viel Methylglyoxal, einem aktiv gegen Bakterien wirkenden Stoff. Medizinischer Honig kann steril in der Apotheke erworben werden, handelsüblicher Honig eignet sich dafür allerdings nicht.

Stand: 17.11.2019, 17:00

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