Ente gut, alles gut! So wird Entenfleisch zum Festtagsbraten

Der Vorkoster - Ente gut, alles gut! So wird Entenfleisch zum Festtagsbraten Der Vorkoster 19.12.2020 29:08 Min. Verfügbar bis 19.12.2021 WDR

Ente gut, alles gut! So wird Entenfleisch zum Festtagsbraten

Nicht nur in der Weihnachtszeit wird Entenfleisch gern gegessen. Besonders die Entenbrust ist ganzjährig beliebt. Der Vorkoster findet heraus, wie viel gutes Entenfleisch kosten sollte und welche Rolle das Tierwohl dabei spielt.

Entenfleisch

Enten haben wenig Fleisch bei einem vergleichsweise hohen Knochen- und Fettanteil. Ihr Fleisch ist reich an Eiweiß, allerdings eignet es sich nicht für eine fettarme Ernährungsweise. Enten lassen sich im Ganzen zubereiten, aber auch in einzelnen Teilen. Besonders Brustfleisch und Keulen sind beliebt. Die Innereien lassen sich besser in Suppen und Eintöpfen verarbeiten.

Entenrassen – welche gibt es bei uns?

Verbreitet sind in der Entenmast vor allem zwei Rassen: die Flugente, auch Barbarie- oder Warzenente genannt, und die Pekingente. Letztere zeichnet sich durch einen hohen Fettanteil unter der Haut aus, weshalb sie beim Braten besonders knusprig wird. Die fettärmere Alternative ist die Barbarieente, deren Fleisch als saftig und schmackhaft gilt. Vor allem für ihr ausgeprägtes Brustfleisch wird diese Rasse geschätzt. Männliche Flugenten (also Erpel) sind größer als die weiblichen Tiere und schmecken würziger, während die Weibchen zarteres Fleisch haben.

Probleme der konventionellen Entenmast

Bisher gibt es bei uns keine rechtlich verbindlichen Haltungsverordnungen für die Entenmast. Zwar hat der Europarat Empfehlungen für die Haltung von Moschus- und Pekingenten formuliert, eine deutschlandweite gesetzliche Regelung besteht allerdings nicht. In der Praxis bedeutet dies in der Regel: Für die Wasservögel gibt es aus hygienischen Gründen keinen Zugang zu offenen Wasserflächen. Oft werden die Tiere in beengten, dunklen Ställen gehalten. Das innerhalb kurzer Zeit angefutterte Körpergewicht belastet die Knochen der Tiere teilweise so stark, dass sie nicht mehr aufstehen können. Spaltenböden und Gitterroste können Verletzungen an Beinen und Füßen der Tiere verursachen. Der Mangel an Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten kann auch dazu führen, dass Enten einander verletzen.

Siegel als Einkaufshilfe – Wofür stehen sie?

Wem artgerechte Entenhaltung wichtig ist, muss beim Kauf tiefer in die Tasche greifen. Logos und Label bieten Orientierungshilfen, aus welcher Haltungsform die Tiere stammen.

Das Bild zeigt Siegel auf verpackten Entenbrüsten.

Biosiegel

Als ‚Bio‘ darf nur bezeichnet werden, was den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau entsprechend zertifiziert wurde. Das deutsche sechseckige Bio-Siegel ist eine freiwillige zusätzliche Angabe. Tiere aus Bio-Betrieben müssen gemäß der EU-Vorschriften mindestens ein Drittel ihrer Lebenszeit Zugang zu Auslaufmöglichkeiten haben. Sie haben draußen jeweils 4,5 Quadratmeter (oder mehr) Platz. Im Stall dürfen die Enten nicht auf Spaltenböden oder Gitterrosten gehalten werden. Um das Schlachten von Jungtieren zu unterbinden, sind Mindestalter für die Schlachtung verschiedener Entenrassen festgelegt: 49 Tage bei Pekingenten, 70 Tage bei weiblichen Barbarieenten und 84 Tage bei Barbarie-Erpeln. Außerdem müssen sie einen Zugang zu Wasser haben, soweit die Hygienebedingungen dies zulassen. So sollen Enten artgerecht leben können.

Freiwillige Herkunftsbezeichnung ‚D‘

Freiwillige Herkunftsbezeichnungen mittels D-Kennzeichnung sollen zeigen, welche Herstellungsschritte in Deutschland erfolgt sind. Zum Beispiel Schlupf, Zucht und Schlachtung. Durch die Herkunftsangabe soll verdeutlicht werden, dass die Erzeugung und die einzelnen Verarbeitungsschritte gemäß der deutschen Gesetzgebung erfolgen – ein Garant für eine artgerechte Haltung ist sie allerdings nicht.

Stand: 15.12.2020, 17:30

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