Eier im Fokus – Endlich Eier von glücklichen Hühnern?

Eier im Fokus – Endlich Eier von glücklichen Hühnern? Der Vorkoster 09.04.2020 44:14 Min. UT Verfügbar bis 19.08.2021 WDR

Der Vorkoster

Eier im Fokus – Endlich Eier von glücklichen Hühnern?

Wir Deutsche sind absolute Eier-Fans und essen pro Kopf durchschnittlich über 200 Stück pro Jahr. Vom Frühstück bis zum Fertigprodukt: Eier sind ein absolutes Muss.

Männliche Küken – was macht sie zum Problem?

Für die Großproduktion werden spezielle Legerassen gezüchtet, also Hühner, die möglichst viele Eier legen. Dieses genetische Merkmal bedeutet aber auch, dass sie kaum Fleisch ansetzen – im Gegensatz zu Masthühnern, die genau auf diese Eigenschaft hin gezüchtet werden. In der Aufzucht dieser Legerassen sind männliche Tiere deshalb Ausschuss. Sie legen keine Eier, sind aber auch nicht zur Mast geeignet. Daher wurden sie bisher getötet. Diese Praxis soll sich nun ändern.

Verbot des Kükentötens

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Juni 2019 entschieden, dass das Töten männlicher Eintagsküken tierschutzrechtlich übergangsweise noch zulässig ist, so lange, bis brauchbare Alternativen gefunden und eingeführt wurden. Die Geflügelwirtschaft muss nun reagieren und setzt dabei auf verschiedene Methoden und deren Kombination:

  • Geschlechtsbestimmung im Ei mittels Hyperspektral- und Hormonanalyse
  • Aufzucht der Bruderhähne
  • Haltung von Zweinutzungshühnern

Bis 2021/22 soll das Kükentöten auf diese Weise beendet werden. Dies sei mit „erheblichen Kraftanstrengungen“ verbunden, so Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.

Methoden der Geschlechterbestimmung

Für die Geschlechterbestimmung im Ei gibt es zwei unterschiedliche Ansätze:

  • Endokrinologisches Verfahren: Dabei wird das Ei neun Tage lang bebrütet. Danach wird ihm etwas Flüssigkeit entnommen. Nach Angaben der Entwickler bleibt der Embryo dabei unversehrt. Anhand dieser Proben wird das Geschlecht mit einem biotechnologischen Nachweisverfahren bestimmt. Das Verfahren wird derzeit schon angewandt und soll in diesem Jahr weiteren Betrieben zur Verfügung gestellt werden.
  • Spektroskopisches Verfahren: Die Eier werden nur etwa vier Tage bebrütet. Dann wird mit einem Laser ein kleines Loch in die Schale geschnitten und mithilfe eines weiteren Lasers eine Spektroskopie durchgeführt. Dabei erkennen die Forscher anhand verschiedener Indikatoren, ob das Küken männlich oder weiblich ist. Bei weiblichen Küken wird das Ei mit einem Pflaster verschlossen. Männliche Küken werden nicht weiter bebrütet.

Alternative Bruderhahn und Co

  • Bruderhahn: Bei dieser Initiative finanziert das Ei der Henne den Bruderhahn mit. Die Eier kosten 4 Cent mehr. Von dem zusätzlich eingenommenen Geld kann der Hahn aufgezogen und als Bio-Fleisch vermarktet werden. Die Mast der Bruderhähne dauert allerdings deutlich länger als die der Hühner aus Mastzüchtungen. Das kostet den Landwirt Geld, das durch den Verkauf der Eier wieder ausgeglichen werden muss.
  • Zweinutzungshuhn: Ein Zweinutzungshuhn kann für die Eier- und Fleischproduktion gehalten werden. Allerdings ist es weder beim Eierlegen noch bei der Gewichtszunahme so ergiebig wie Hybridrassen. Bisher gibt es keine finanziell rentable Zweinutzungsrasse.

Rezepte aus der Sendung:

Ob anspruchsvoll oder simpel, Eier lassen sich auf viele unterschiedliche Arten lecker zubereiten.

Stand: 19.08.2020, 11:30

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