Bio statt Billig – Björn Freitag gegen Billigwahn und Fertigprodukte

Bio statt Billig – Björn Freitag gegen Billigwahn und Fertigprodukte Viel für wenig – Clever kochen mit Björn Freitag 26.03.2020 44:12 Min. UT Verfügbar bis 26.03.2021 WDR

Viel für wenig – Clever kochen mit Björn Freitag

Bio statt Billig – Björn Freitag gegen Billigwahn und Fertigprodukte

Heute besucht Björn Freitag Familie Kasch-Bornemann in Salzkotten in Ostwestfalen. Ihr Problem: Mama Vanessa ist Alleinunterhalterin in der Küche, hat wenig Zeit und in der Regel auch wenig Lust aufs Kochen. Daher heißt es oft: Tütchen aufreißen und das fixe "Lachs-Sahne-Gratin" oder "Hackbällchen Toskana" wandern in den Ofen. Hier ist die Hilfe vom Profikoch gefragt.

Zu viel Fleisch und noch mehr Fertigwürzen – so sieht der Koch-Alltag bei Familie Kasch-Bornemann aus. Schnell muss es gehen, oft fehlen die Ideen und so greift Mutter Vanessa gerne mal zur fixen Rezeptinspiration aus dem Hause Knorr, Maggi & Co.

Ein weiteres Problem: Vater Matze und Sohn Ben essen gerne viel Fleisch, jedoch nur das aus dem Discounter. Vanessa braucht dringend Unterstützung vom Spitzenkoch. Sie möchte Kochen ohne fertige Gewürzmischungen lernen und ihre Männer mit einer Qualitätsoffensive in Sachen Fleisch davon überzeugen, dass sich bessere Tierhaltung auch im Geschmack auszahlt.

Björn Freitags Tipps für mehr Qualität und einen nachhaltigen Speiseplan:

  • Generell weniger Fleisch verzehren, dafür das aus besserer Haltung bevorzugen. Beispielsweise gibt der Lebensmitteleinzelhandel anhand einer vierstufigen Haltungskennzeichnung an, wie gut ein Tier gelebt hat. Dieses Siegel findet man mittlerweile auf den meisten Fleischverpackungen, die im Handel verkauft werden. Bei der ersten Stufe wurden nur die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten, die Produkte sind dadurch relativ günstig. Je höher die Stufe, desto artgerechter haben die Tiere gelebt. Dies spiegelt sich auch im höheren Preis wider.
  • Vegetarische Alternativen sind oft günstiger als Gerichte mit Fleisch. Daher lohnt es sich, mit Blick auf den Geldbeutel, öfter auf vegetarische Alternativen zurückzugreifen. Besonders empfehlenswert sind Gerichte mit Hülsenfrüchten. Diese enthalten viel Protein und sind daher ein geeigneter Fleischersatz.
  • Die Qualität von Fleisch kann auch beim Einfrieren gänzlich bewahrt werden. Auf keinen Fall sollten Sie es in der Originalverpackung einfrieren, sondern nur in gefriergeeigneten Dosen oder Tüten. Erkennbar ist dies am Schneeflocken-Symbol auf dem Behältnis.
  • Ein Grundbestand an folgenden Gewürzen sorgt für guten Geschmack, ganz ohne Gewürzmischung aus der Tüte: Muskatnuss (idealerweise ganze Muskatnüsse frisch reiben), Paprikapulver, Chili, Curry und ein paar getrocknete Kräuter gehören in jede Küche.
  • So ist Gemüse richtig gesund: Wer die Aufnahme von Pestizidrückständen auf Gemüse und Obst reduzieren will, greift am besten zu Bioprodukten. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn es sich um Obst und Gemüse handelt, das mit Schale verzehrt wird. Zum Beispiel Kartoffeln oder die Zesten von Zitronen. Bei Früchten und Knollen, die grundsätzlich geschält werden, ist Pestizidbelastung kein Problem. Vor allem Wurzelgemüse und Zwiebeln müssen daher nicht zwingend „bio“ sein.

Stand: 26.03.2020, 17:00

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