Drogenproblematik in NRW

Kokain

Drogenproblematik in NRW

Die Zahl der Drogentoten in NRW ist im vergangenen Jahr überdurchschnittlich angestiegen. Die Drogendelikte an NRW-Schulen haben sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Andreas Bredemeier ist Kriminalhauptkommissar bei der Polizei Wuppertal und erfahrener Drogenfahnder. Er schätzt die Lage für uns ein und weiß, was gegen die Drogenproblematik unternommen wird.

2016 starben 204 Menschen in NRW an Rauschgiftkonsum, 22 mehr als im Vorjahr. Allein in Köln starben 41 Menschen an Opiaten. NRW scheint ein internationales Drogendrehkreuz zu sein. Besonders die Großstädte sind betroffen. Deutschlandweit wird die verhältnismäßig teure Droge Kokain in Dortmund am stärksten konsumiert. Das ergibt sich aus Hochrechnungen auf der Basis von Kokain-Rückständen im Abwasser. Dabei ergeben sich auch Anhaltspunkte für einen sehr hohen Amphetamin-Konsum in der Region. (Vergleich: München 114 Milligramm, Dortmund 421 Milligramm pro Tag und 1000 Menschen.) 

Drogen an Schulen

Aber in diesem Jahr geisterte noch eine alarmierende Meldung durch die Medien: Die Zahl der Drogendelikte an den Schulen NRWs ist anscheinend deutlich angestiegen. Das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen meldet (bezogen auf das Jahr 2016) eine Verdoppelung der Fälle von 443 auf 897 Delikte. In den meisten Fällen geht es um den Besitz oder Erwerb von Drogen, im Fokus stehe Cannabis. Nach Angaben der Behörden sind besonders Jugendliche betroffen. Die unter 14-Jährigen konsumieren Drogen sehr viel seltener.

Konsumenten bekommen die illegalen Substanzen längst nicht mehr nur an der Straßenecke. "Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar", berichtet der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch. Es gebe Verkaufsplattformen, auf denen illegale Drogen aller Art angeboten und per Post an den Empfänger geschickt würden, sagte der BKA-Chef.

Stand: 24.07.2017, 06:00

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