Wildes Deutschland – Die Schwäbische Alb

Wildes Deutschland: Die Schwäbische Alb Abenteuer Erde 05.11.2019 44:00 Min. UT Verfügbar bis 12.11.2019 WDR Von Klaus Weißmann

Wildes Deutschland – Die Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb hat eine vielfältige Schar an Bewohnern. Der Eichelhäher und die Erdhummel sind nur zwei davon. Durch sie und ihre einzigartigen Verhaltensweisen lernen Sie die süddeutsche Hochebene und ihre unterschiedlichen Lebensräume von einer ganz neuen Seite kennen.

Nahaufnahme von einem Eichelhäher.

Eichelhäher: Seinen Namen verdankt er seiner Lieblingsspeise - bis zu zehn Eicheln kann er im Kehlsack transportieren.

Überall auf der Alb ist der Eichelhäher unterwegs, auch in der Wacholderheide. Sie ist ein Markenzeichen der Schwäbischen Alb. Einst rodete der Mensch den Wald. Er schuf damit überhaupt erst die Wacholderheide, die seine vierbeinigen Rasenmäher bis heute erhalten. Sie meiden stachlige Wacholderbüsche und Blumen, vernichten aber Gräser und Baumschösslinge.

Dicke Brummer

So konnten sich Silberdisteln, Frühlingsenziane, Küchenschellen und viele seltene Orchideen wie Hundswurz, Bocksriemenzunge oder Hummelragwurz auf den kargen Wacholderheiden ausbreiten.

Eine Erdhummel fliegt die Blüte einer Distel an.

Erdhummel: Dank ihres kräftigen Körperbaus mit starken Muskeln und ihrer dichten pelzigen Behaarung können sie auch kühlere Regionen besiedeln.

Der Tisch scheint reich gedeckt zu sein für die wärmeliebende Erdhummel und den Roten Apollo, einer der seltensten Schmetterlinge Deutschlands. Ebenso für den Schmetterlingshaft und die Rotflügelige Schnarrschrecke, absolute Raritäten unter den tierischen Bewohnern der Schwäbischen Alb.

Starker Rückgang

Doch die Wacholderheiden drohen zu verschwinden. Die vielen Schafe, die über lange Zeit die Alb besiedelten und die Wacholderheiden pflegten, gibt es vielerorts nicht mehr.

Panoramafoto der Schwäbischen Alp: eine Schafherde grast auf einer Hochebene.

Wanderschafe: Noch vor 150 Jahren grasten knapp ein Million von ihnen auf der Alp, heute sind es nur noch um die 200.000.

Heute drängt der Wald in die Wacholderheiden. Und der Eichelhäher trägt seinen Teil dazu bei. Er versteckt über 2000 Eicheln pro Saison als Vorrat für den Winter. Die meisten findet er, aber eben nicht alle. Schnell sprießen Baumschösslinge aus dem Boden. Für die Erdhummelkönigin ist das verheerend. Denn sie braucht die offene Heide mit der bunten Pflanzenvielfalt für den Aufbau ihres Volkes.

Ein Film von Klaus Weißmann

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 01.10.2019, 11:04