Wildes Deutschland: Berchtesgadener Alpen

Wildes Deutschland: Berchtesgadener Alpen

Im Vordergrund sieht man gelbe Trollblumen und dahinter einen gewaltigen Bergkamm der Alpen.

Im äußersten Südosten Deutschlands, in den Berchtesgadener Alpen, liegt der einzige Alpennationalpark des Landes. 210 Quadratkilometer raue Berglandschaft.

Ein Steinbockmännchen mit mächtigen Hörnern liegt auf einer Almwiese.

Steinbock: Er gilt bei vielen als das Wahrzeichen der Berchtesgadener Alpen, obwohl er seit Menschengedenken in dieser Bergregion kaum vorkommt.

Die Karstlandschaften des Steinernen Meeres gehören genauso zu dieser hochalpinen Landschaft, wie der Watzmann mit der höchsten Felswand der Ostalpen, das Wimbachgries mit seinen Schuttströmen und der Königssee, einer der tiefsten Seen Deutschlands. Wer in dieser extremen Wildnis überleben will, muss perfekt an seine Umwelt angepasst sein.

Trittsicher

Wie die Gämse. Mit ihren vier Hufen tummeln sie sich sicher in schwindelnden Höhen und erklimmen absolut souverän auch noch die schmalsten Felssimse.

Auf einem Schneebrett spielen Gamskitze.

Gämsen: In so genannten Geiß-Kitz-Schulen sind sie dank der Obhut der Geißen vor ihren Feinden relativ sicher.

Selbst die Kitze sind vom ersten Tag an hervorragende Kletterer. Steile Hänge sind selten eine Gefahr für sie. Es ist eher eine andere Bedrohung, vor der sie sich in Acht nehmen müssen. Die Kleinen sind die Lieblingsbeute der Steinadler. Doch nur solange sie weniger als sieben Kilogramm wiegen. Nur dann kann sie dieser gewaltige Vogel am Stück davontragen.

Droben auf der Alm

Aber auch Tarnkünstler wie das Schneehuhn oder die agilen Murmeltiere müssen aufpassen, von den spitzen und starken Fängen nicht erwischt zu werden. Doch gegen das ausgefeilte Pfeif-Warnsystem der Murmeltiere hat ein Adler selten eine Chance. Die streitsüchtigen Nager verschwinden einfach blitzschnell in ihre Bauten.

Zwei Murmeltiere streiten sich.

Murmeltiere: Begegnen sich clanfremde Tiere, kann es zu schweren Kämpfen kommen.

 

Im Spätherbst wird es ruhiger auf den Bergwiesen. Die Murmeltiere ziehen sich zum Winterschlaf in ihre unterirdischen, mit duftendem Heu gepolsterten Nester zurück. Bergblumen, wie das legendäre Edelweiß oder der Enzian, verbreiten zum Jahresende hin ihre Samen über die Almen. Und nur kurze Zeit später wandern einige tierische Bergbewohner der Berchtesgadener Alpen in tiefer gelegene Regionen ab. Spätestens dann steht der Winter vor der Tür im Alpennationalpark Berchtesgaden - einer Welt voller rauer Schönheit.

Ein Film von Jan Haft

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 01.11.2018, 11:04

Weitere Themen

Alle Sendungen

Unsere Videos