Wildes Deutschland - Bayrischer Wald

Ein Haselhahn- ein kleiner Verwandter des Auerhahns- sitzt auf einem Ast.

Wildes Deutschland - Bayrischer Wald

Haselhahn, Habichtskauz und Co., angestammte Bewohner des Bayrischen Waldes, litten als erste unter dem katastrophalen Ereignis in den 1980 Jahren. Der Borkenkäfer vermehrte sich massenhaft und fraß sich unerbittlich durch die Bäume des Nationalparks.

Blick in einen neu bewachsenen Teil des Bayrischen Waldes mit jungen Tannen.

Jungwald: Nur hier und da erinnern noch Baumleichen an das große Massensterben der Fichten.

Binnen weniger Jahre starben mehrere tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Vom Ende des Waldes war die Rede und vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas. Denn nicht nur die Bäume verschwanden, auch zahlreiche Tierarten wurden nicht mehr gesehen.

Natur Natur sein lassen

Doch trotz des entsetzlichen Baumsterbens und seiner Folgen hatte die Nationalpark Verwaltung damals eine waghalsige Idee: Die Massen an Borkenkäfer nicht zu bekämpfen und der Natur ihren Lauf zu lassen.

Ein Dreizehenspecht guckt aus seiner Baumhöhle heraus.

Dreizehenspechte: Das Männchen hat einen gut erkennbaren gelben Oberkopf, dem Weibchen fehlt dieses gelbe Gefieder.

Als erste profitierten davon Spechte. Der vom Borkenkäfer befallene Wald bot für sie unendlich viel Nahrung. Vor allem der sehr seltene Dreizehenspecht - ein Spezialist für Borkenkäfer - vermehrte sich stark - zum Teil um das 15-fache.

Wildwuchs

Mit den Jahren kehrte auch der Fischotter zurück in den Bayrischen Wald. In alten Klausen, für den Holztransport künstlich angelegte Stauseen, findet er heute ein ideales Jagdrevier.

Ein Fischotterjunges erkundet seine Umgebung

Fischotter: Mitte der 1980er Jahre galten sie im Bayrischen Wald als verschwunden.

Der "katastrophenartige" Zusammenbruch des Bayrischen Waldes war deshalb nicht das Ende, sondern ein Anstoß zur Entwicklung in Richtung "Urwald", mit einer bunten Tierwelt, wie sie der vorherige Wirtschaftswald nie hatte. Nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln - ohne Zutun des Menschen - nur aus eigener Kraft und allein nach den Gesetzen der Natur.

Ein Film von Jürgen Eichinger

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 13.11.2018, 07:04