Wilde Slowakei

Wilde Slowakei

Ein großer ausgewachsener Braunbär streift durch den Wald.

Die Vielgestaltigkeit der slowakischen Natur auf kleinem Raum ist erstaunlich. Überschwemmungsebenen und Flussauen wechseln sich ab mit schroffem Hochgebirge und sanften Hügellandschaften. Wiederangesiedelte Wisente streifen durch slowakische Ur-Wälder. Trockene Landstriche lösen übergangslos nasse Marschauen ab. Genau das, was der Bienenfresser braucht. Hier kann er seine Bruthöhlen in fest verbackene Sandwände hacken. Aber er ist nicht die einzige tierische Rarität der wilden Slowakei. Der kuriose Blauschnegel-Nacktschnecke, der nesterbauende Hundsfisch oder die einzigartigen Tatra-Gämse sind im restlichen Europa kaum oder gar nicht zu finden.

Zwei Bienefresser, grün braun gelb gefiedert, sitzen auf einem Ast und einer spreizt die Flügel.

Bienenfresser: Sie brauchen in der Nähe ihrer Bruthöhlen insektenreiche Jagdgebierte, wie Trockenwiesen, Brachen und extensiv genutzte Ackerflächen.

Die Slowakei hat sich in Teilen ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Mehrere Hundert Wölfe und 800 Bären streifen durch uralte Wälder. Selbst in besiedelten Regionen haben sich Mensch und Wildtier aufeinander eingestellt. Nicht nur Störche sind überall zu sehen. An den Hängen des Travertin-Kegels finden Ziesel, Smaragdeidechsen, Heidelerchen und Segelfalter perfekte Lebensbedingungen, obwohl mitten auf dem Hügel die zweitgrößte Burgruine Mitteleuropas, die Zipser Burg, steht - ein Besuchermagnet, wie viele Kirchen, Schlösser und Prachtbauten des kleinen Landes auch. Doch die slowakische Natur ist etwas ganz Besonderes, denn die einzigartigen und ursprünglichen Landschaften zeigen heute noch, wie es anderswo in Europa auch einmal ausgesehen hat.

Ein Film von Jan Haft

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 04.03.2021, 09:00