Wilde Schweiz

Wilde Schweiz

Eine Blick auf den Gebirgszug mit dem Morteratschgletscher.

Wegen der hohen Bergbarriere fällt nirgendwo in Europa so viel Niederschlag wie in der Schweiz. So kommt es, dass hier vier von Europas größten Flüssen entspringen. Es gibt unzählige Seen und unter anderem den größten und längsten Gletscher der Alpen. Die Schweiz: ein wahres Wasserparadies.

Nahaufnahme vom Edelweiß in den Bergen.

Edelweiß: Ihre Hochblätter erscheinen weiß, weil Luftblasen zwischen ihren feinen krausen Härchen stecken und das Licht reflektieren.

Feuchte Luftmassen vom Atlantik regnen sich an den Nordwesthängen der Alpen ab. Im Südosten herrscht hingegen ein trockenes mediterranes Klima, weil die Wolken die hohen Gipfel nicht überwinden können.

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Deshalb hat die Schweiz so viele Lebensräume für die unterschiedlichsten Tiere auf engstem Raum zu bieten - winzigen Gletscherflöhe, räuberische Welse und Bergforellen, kälteliebende Schneehühner, Steinböcke und Gämsen.

Zwei kämpfende Steinböcke haben ihre Hörner ineinander verhakt.

Steinböcke: Sie sind mit den Ziegen verwandt.

Sogar wärmeliebende Wiedehopfe trifft man am Genfer See - aber nur, bis der erste Schnee fällt. Dann verschwinden sogar die Murmeltiere im Hochgebirge in ihre mit Pflanzenmaterial ausgepolsterten warmen Wohnhöhlen.

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Dagegen trifft man in den niedriger gelegenen Zirbelkieferwäldern Sommers wie Winters wieder auf den Rothirsch und den Wolf. Lange waren sie in der ganzen Schweiz ausgerottet.

Ein schwarzgrau gesprenkelter Vogel, der Tannenhäher, sitzt auf einem Ast.

Tannenhäher: Er ist ein Verwandter des Eichelhähers.

Auch der Tannenhäher bevorzugt den Zirbelkieferwald. Er legt im Herbst unzählige Depots mit Kiefernsamen an. Aus vergessenen Samen wachsen neue Bäume. Tannenhäher und Wasser, beide lassen die Zirbelkiefern gedeihen. Und Wind und Wetter lassen ihre bizarren Formen entstehen: Zeugnisse von Wind und Wetter, jenen gewaltigen Kräften, die die wilde Schweiz extrem wasserreich machen.

Ein Film von Sigurd Tesche

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 27.08.2019, 11:04