Wilde Eifel - Grünes Herz im Westen

Wilde Eifel - Grünes Herz im Westen

Ein Waschbär sitzt auf einem Baum in einer Astgabel.

Nordrhein Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands. Die Eifel bildet das grüne Herz des Westens. Hier gibt es mittlerweile wieder eine ungewöhnliche und kaum bekannte Naturbühne für eine Vielzahl von Wildtieren und Pflanzenarten.

Die Sonne scheint im Nationalpark Eifelauf auf einen moosbedeckten, umgestürzten Baum.

Nationalpark Eifel: Auf achtzig Quadratkilometern dürfen Pflanzen und Tiere tun und lassen, was sie wollen.

Herzstück dieser wilden Eifel ist der erste und bislang einzige Nationalpark Nordrhein-Westfalens. 50 Kilometer südwestlich von Köln ist das noch junge Schutzgebiet Schauplatz eines wegweisenden Experiments. Der ehemalige Wirtschaftswald wird sich selbst überlassen.

Wilde Zeiten

Tote Bäume fallen nicht mehr der Säge zum Opfer, Äste krachen herab und Stämme vermodern am Boden. Noch ist der Nationalpark keine echte Wildnis. Aber ohne menschliche Pflege und Axt sterben mittlerweile die angepflanzten Fichten.

Ein Biber steht im Wasser.

Biber: Im 19. Jahrhundert in der Eifel ausgerottet, haben sie sich im Nationalpark wieder angesiedelt.

Hier, wo früher Bäume nur nach Festmetern bewertet wurden, kehren jetzt die ursprünglich beheimateten Buchen zurück. Den Biber freut es. Er hat eine Vorliebe sowohl für die Rinde als auch die Buchenblätter. Er fällt im Jahr rund 10 Bäume. So entsteht langsam, auch mit seiner Hilfe und ohne das Eingreifen des Menschen, ein Urwald von morgen, der so manchem scheuen Tier ein einzigartiges Zuhause bietet.

Tierische Zeiten

Das Hämmern des Schwarzspechtes ist wieder in der Eifel zu hören. Ebenso wie das Klappern des Schwarzstorches in den Baumkronen.

Ein Schwarzspecht hält sich an einem Baumstamm fest.

Schwarzspecht: Mehr als sechzig weitere Tierarten nutzen die Unterschlupfe, die der Schwarzspecht in Bäume meißelt.

Im Gegensatz zu den Wildkatzen. Sie schleichen von neuem seit mehr als hundert Jahren auf sehr leisen Sohlen durch das Eifler Unterholz. Aber nicht nur der "Eifeltiger" ist hier wieder zu Hause. Auch sein größerer Verwandter, der Luchs, hat den Weg zurück in das grüne Herz des Westens gefunden. Langsam verändert sich der Nationalpark Eifel in ein menschenverlassenes Schmuckstück der Natur und der Urwald in spe wird ganz von selbst ein Domizil für viele wilde Tiere.

Ein Film von Herbert Ostwald

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 02.11.2018, 00:00