Wild im Westen - Die Eifel

Eine Burgruine im Wald auf einem Hügel.

Wild im Westen - Die Eifel

Wie kaum ein anderes Gebiet in Nordrhein-Westfalen bietet die Eifel eine ungewöhnliche Naturbühne. Dieses Mittelgebirge vereint modellhaft naturnahe Refugien mit Landschaften, die erst durch Eingriffe von Menschen geschaffen wurden.

Landschaftsaufnahme von der Urft und ihrem begradigten Ufer.

Die Urft: In ihrem begradigten Bett fließt das Wasser in den Urftsee - ein von Menschenhand geschaffener Stausee..

Seitdem diese grüne Region am Westrand Deutschlands besiedelt wurde, spielt sich dort ein „Natur-Krimi“ ab. Wälder fielen der Axt zum Opfer, Felsen wurden gesprengt, Flüsse gestaut und Böden ausgebeutet. Am Tatort Eifel blieben Kahlschläge, Stauseen, Siedlungen und Äcker zurück und hinterließen deutliche Spuren bei Flora und Fauna.

Flexibel bleiben

Die Tiere und Pflanzen liefern eine Reihe von Indizien für die früheren Eingriffe in den Naturhaushalt der Eifel. Aber sie zeigen auch, wie einfallsreich die Natur ist und wie sie sich selbst hilft.

Großaufnahme einer roten Waldameise.

Rote Waldameisen: Sie zeichnet sich durch ihre kräftigen Mundwerkzeuge aus.

So hat das Vorkommen der Roten Waldameise etwas mit den preußischen Besatzern zu tun. Fichtenwälder wurden zum schnellen Holzertrag gepflanzt. In Reih und Glied stehende Fichten sind früher nie in der Eifel gewachsen. Doch an ihren Rändern leben die Waldameisen besonders gerne. Und der Uhu darf den Baggern danken, die Steine aus der Erde brechen - denn darunter finden sie Nahrung im Überfluss.

Wiederansiedelung

In Steinbrüchen flattern heute Fledermäuse in großer Zahl, auf verlassenen Truppenübungsplätzen röhren Rothirsche und schwimmen seltene Urzeitkrebse. In Stauseen gehen Kormorane und Ringelnatter auf die Jagd.

Nahaufnahme von einer Fledermaus, die von einem Forscher gefangen wurde.

Feldermäuse: Forscher haben 16 verschiedene Arten im Mayener Grubenfeld entdeckt.

 

In der Eifel leben mehr Arten als viele vermuten. Auch weil man aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und vielen seltenen Arten einen Platz einräumt oder sie gar wiedereinbürgert. So bekommen Flussperlmuscheln, Bachforellen und Edelkrebse eine neue Chance. Die Eifel bietet daher überraschende Geschichten vom erfolgreichen Leben der sogenannten Kulturfolger im wilden Westen Deutschlands.

Ein Film von Herbert Ostwald

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 24.08.2018, 07:04