Wasserwildnis in Westfalen - Münsters Rieselfelder

Wasserwildnis in Westfalen - Münsters Rieselfelder

Luftaufnahme der Rieselfelder Wasserflächen

Die Rieselfelder im Münsterland sind eine außergewöhnliche Wasserwildnis. Sie sind Heimat heimischer Tierarten und Rastplatz unzähliger Zug- und Wasservögel. Aber nicht nur ihre riesige Artenvielfalt macht sie besonders, es ist auch ihre Entstehungsgeschichte. Vor den Toren Münsters, auf einer Fläche, die so groß ist wie 1.000 Fußballfelder, wurde bis in die 1970er Jahre das Abwasser der Stadt abgeleitet. Es entstand eine natürliche Kläranlage. Ein Dschungel aus Schilfpflanzen reinigte das Abwasser, ehe es im sandigen Boden versickerte. Der Mensch hatte ungewollt eine künstliche Wasserwildnis geschaffen. Im Laufe von Jahrzehnten entwickelte sich daraus ein Tierparadies.

Eine kleine Ringelnatter schlüpft aus ihrem Ei.

Geheimnisvolles Ereignis: Rund 30 Tage wurde das Gelege durch die Wärme des Schilfs ausgebrütet, dann schlüpfen die kleinen Ringelnattern.

Seltene Watvögel, wie die Regenpfeifer, bevölkern im Frühjahr und Herbst die Wasserflächen. Kanadagänse haben die Rieselfelder zur Heimat erkoren. Im Sommer dient die wilde Sumpflandschaft als Kinderstube für Rohrweihe, Storch und Fuchs. Und Ringelnattern, wie auch Stichlinge vermehren sich hier prächtig. Doch die Dokumentation ist mehr als ein klassischer Naturfilm. Mit historischen Bildern und spektakulären Luftaufnahmen wird die einzigartige Geschichte dieser Wildnis aus Menschenhand erzählt: Die Anfänge als vormoderne Kläranlage, die Entdeckung eines Naturparadieses und der Kampf von Naturschützern für den Fortbestand von Münsters Rieselfeldern - einer Wasserwildnis, die wie eine Insel zwischen intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen vielen Tieren Zuflucht und Lebensraum bietet.

Ein Film von Christian Baumeister und Max Meis

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 06.04.2021, 09:04