Urwald von morgen – Nationalpark Eifel

Ein Waschbär sitzt entspannt auf einer Astgabel hoch im Baum.

Urwald von morgen – Nationalpark Eifel

Nationalpark Eifel: Tief im Westen übernimmt die Natur Stück für Stück wieder die Hoheit. Aus einem ehemaligen Wirtschaftswald wird ein Urwald, denn ein Großteil des Nationalparks wird sich selbst überlassen.

Die Sonne scheint im Nationalpark Eifelauf auf einen moosbedeckten, umgestürzten Baum.

Umgestürzte Bäume: Sie dienen oft als Poststelle, wo Tiere ihre Geruchsnachrichten an Artgenossen hinterlassen.

Waldbauern und Förster ziehen sich zurück. Tote Bäume lässt man stehen, Stämme vermodern am Boden. Asseln, Käfer und Mikroben fressen im toten Holz. Dadurch stehen wieder wertvolle Stoffe zum Aufbau eines neuen Waldes zur Verfügung.

Tief im Wald

Langsam wird der Wald wieder wild. Das haben auch tierische Heimlichtuer, die die Menschennähe nicht mögen, erkannt. Sie sind im Nationalpark Eifel wieder aufgetaucht.

Ein Nest mit jungen Schwarzstörchen.

Schwarzstörche: Anders als der verwandte Weißstorch mögen diese sehr scheuen Vögel die Nähe des Menschen überhaupt nicht.

Schwarzstörche klappern im Blätterdach des Nationalparks. Und immer mehr Wildkatzen, auch „Eifeltiger“ genannt, schleichen durchs Dickicht. Beide brauchen absolute Abgeschiedenheit und Ruhe, um ihre Jungen aufzuziehen.

Wildwuchs

Noch ist aber der Nationalpark keine echte Wildnis, noch ähnelt der ehemalige Forst einer grünen Baustelle. Die angepflanzten Fichten sterben langsam ab. Dafür wachsen nun ursprünglich beheimatete Laubbäume wieder nach.

Ein Biber sitzt im Wasser und putzt sich den Bauch.

Biber: Rund dreihundert Tiere leben wieder in der Eifel - eine stattliche Zahl, die beweist, wie gut die Wohnlage wieder ist.

 

Den Biber freut’s. Er braucht Laubbäume - als Futter und für seinen Burgenbau. Und für den Schwarzspecht ist die Buche ein idealer Baum für den Bruthöhlenausbau. Selbst die größte Katzenart Europas, der Luchs, hat die neue grüne Residenz angenommen und geht hier auf Jagd. Der Nationalpark Eifel ist auf dem besten Wege ein Urwald von morgen zu werden. Ein Domizil für scheue Tiere ist er jetzt schon - das Experiment scheint auf Erfolgskurs zu sein.

Ein Film von Herbert Ostwald

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 01.10.2019, 07:04