Urwald von morgen – Nationalpark Eifel

Die Sonne scheint im Nationalpark Eifelauf auf einen moosbedeckten, umgestürzten Baum.

Urwald von morgen – Nationalpark Eifel

Im neuen Nationalpark Eifel wird auf drei Viertel der Parkfläche der ehemalige Wirtschaftswald sich selbst überlassen, die Natur übernimmt Stück für Stück die Hoheit.

Luchsmutter liegt mit ihren Jungen im Dickicht.

Luchse: Sie machen immer wieder Kurzbesuche in der Eifel und kommen vermutlich aus dem Hohen Venn in Belgien.

Tote Bäume lässt man stehen, Äste krachen herab und Stämme vermodern am Boden. So entsteht ein Urwald von morgen, der schon jetzt vor allem scheuen Tieren ein einzigartiges Zuhause bietet.

Auf leisen Sohlen

Der Nationalpark Eifel erzählt eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes inmitten einer von Menschen geprägten Umgebung. Abseits der Dörfer und Äcker stehen die heimlichen Rückkehrer im Mittelpunkt.

Großaufnahme einer jungen Wildkatze.

Wildkatzen: Mittlerweile gibt es fünfzig dieser kleinen Raubtiere im Nationalpark.

Heimlichtuer, die die Menschennähe nicht mögen, oft scheu und zurückgezogen leben oder eben ohne Rückzugsorte aussterben würden. Wie „Eifeltiger“ schleichen nun immer mehr Wildkatzen durchs Dickicht und die ebenso menschenscheuen Schwarzstörche klappern wieder im Blätterdach des Nationalparks.

Wildwuchs

Noch ist der Nationalpark keine echte Wildnis. Aber ohne menschliche Pflege und Axt sterben mittlerweile die angepflanzten Fichten im ehemaligen Forst. Hier, wo früher Bäume nur nach Festmetern bewertet wurden, kehren jetzt die ursprünglich beheimateten Buchen zurück.

Ein Schwarzspecht klammert sich an einen Buchenstamm mit seiner Bruthöhle.

Schwarzspechte: Mehr als sechzig weitere Tierarten nutzen die Unterschlupfe in den oberen Etagen, die sie in Bäume meißeln.

 

Ein Segen für den Schwarzspecht. Es ist ihr Lieblingsbaum für die Bruthöhlen. Auch den Biber freut‘s, denn er liebt es ebenso, Buchen anzunagen. Zudem sind die neu entstehenden Laubwälder robuster gegen Stürme und Parasiten. Zudem bieten sie im Kronenraum vielfältigere Lebensräume für Tiere und Pflanzen als die eintönigen Fichtenforste, die noch immer große Teile des Nationalparks prägen. Der Nationalpark Eifel, dieses menschenverlassene Schmuckstück der Natur verändert sich ganz von selbst langsam in Wildnis und wilde Tier richten sich in ihrem neuen grünen Domizil ein.

Ein Film von Herbert Ostwald

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 24.08.2018, 07:04