Überraschungseier – Neues von Kuckuck & Co.

Überraschungseier – Neues von Kuckuck & Co.

Warum jubelt der Kuckuck sein Ei einem anderen Vogel unter? Und warum macht das der Honiganzeiger in Afrika auch? Es gibt eine kurze Antwort: So ersparen sie sich viel Mühe mit der Aufzucht und Fütterung ihrer Jungen.

In einem Nest liegen ein Kuckucksküken und eine Krähenküken.

Häherkuckuck: Im Gegensatz zum einheimischen Kuckuck, leben die kleinen Häherkuckuckskücken und die großen Krähenküken in friedlicher Gemeinsamkeit.

Doch warum lassen sich fremde Vogeleltern das gefallen? Sind sie zu dumm? Zu ungeschickt? Zu ahnungslos? Wo doch meistens das Kuckucksjunge weder Ähnlichkeit mit den Zieheltern noch mit den Stiefgeschwistern hat. Dafür gleichen sich aber die Eier der Vogeleltern und des Kuckucks sehr.

Tricks und Killerküken

Jedes Kuckucksweibchen ist nämlich spezialisiert auf eine andere Vogelart und legt ein entsprechend gemustertes Ei in das Nest der Leiheltern. Und dann schmeißt sie ein Ei der Vogeleltern aus dem Nest.

Eine frisch geschlüpftes Honiganzeiger Küken mit seinem Killerzahn.

Küken des Honiganzeigers: Mit seinem Killerzahn sieht es aus wie ein kleiner Saurier.

Beim Honiganzeiger in Afrika erledigt der Sprössling selbst die fiese Arbeit. Er macht sich nicht nur im fremden Nest breit, er tötet sogar die Stiefgeschwister, um die Fürsorge der Stiefeltern ganz für sich zu haben.

Clevere Nummer der Evolution

Die meisten Vögel mit Kuckucksverhalten - und davon gibt es einige - gehen nicht so weit wie der Kuckuck oder der Honiganzeiger.

Ein Sumpfrohrsänger sortiert die Eier in seinem Nest und zerstört das Kuckucksei

Sumpfrohrsänger: Obwohl die Eier fast identisch aussehen, hat er das Kuckucksei entdeckt und zerstört es.

Aber wenn es darum geht, seine Jungen durchzubringen, scheint der Werkzeugkasten der Natur unerschöpflich zu sein. Manches kommt uns grausam oder unanständig vor. Doch was die Kuckucksvögel tun, ist weder gut noch böse. Ihr Verhalten entwickelte sich schon vor Millionen von Jahren, als sich herausstellte, dass ihre Jungen bei Ersatzeltern einfach bessere Überlebenschancen hatten.

Ein Film von Volker Arzt und Angelika Sigl

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 25.03.2019, 10:00