Überleben - Gefährliche Kindheit

Ein Erdmännchenjunges sucht Schutz zwischen den Beinen seiner erwachsenen Verwandten.

Überleben - Gefährliche Kindheit

Der Kampf ums Überleben beginnt bei Tierbabys sehr oft schon direkt nach der Geburt. Doch nicht bei allen ist der Sprung ins Leben so tief, wie bei Nonnengänseküken in Grönland. Ihre Eltern haben ihr Nest auf der Spitze einer steilen Felsklippe gebaut. In dieser völligen Isolation sind zwar die Kleinen vor fast allen Räubern sicher, doch in diesen Höhen finden sie nichts zu fressen. Der noch flugunfähige Gänsenachwuchs muss über 100 Meter in die Tiefe springen, um an das Grünzeug zu kommen, das er zum Überleben braucht. Lockende Rufe der Eltern und viel Mut lassen die Küken sich in die Tiefe stürzen.

Frischgeschlüpfte Nonnengänseküken stehen auf einem Felsen und sind kurz vor dem Sprung in die Tiefe.

Nonnengänseküken: Zwei Drittel der Winzlinge überleben den Sprung in die Tiefe, weil sie federleicht und gut gepolstert sind.

Junge Erdmännchen in Südafrika haben im Vergleich dazu ein äußerst gemütliches Zuhause. Im Familienverband verbringen die Kleinsten wohl behütet ihre Kindheit. Doch im Alter von etwa zwei Monaten müssen sie lernen, eigenständig für Futter zu sorgen. Erdmännchen fressen besonders gern Skorpione, doch die teilen schmerzhaft aus: mit Zangenbissen und ihrem unberechenbaren Giftstachel. Unter Aufsicht eines Lehrermeisters muss sich jedes Junge erstmals beweisen – der gereizte Skorpion wird zur Reifeprüfung!

Ebenso unerschrocken muss ein Buckelwal-Baby sein. Es bekommt zwar von der Mutter Milch, aber dafür muss es von Geburt an schwimmen – und zwar riesige Strecken. Innerhalb von sechs Wochen geht es mit der Mutter 4800 Kilometer weit von den Gewässern vor Hawaii bis hinauf in die Arktis. Dabei ist der Jungwal zu 100 Prozent auf den Schutz der Mutter angewiesen. Nicht selten wird das Weibchen von fremden, aggressiven Männchen umworben. Droht der kleine Wal dabei zwischen die Fronten zu geraten, hängt sein Leben am seidenen Faden.

Ein Film von Tom Hugh-Jones und Rupert Barrington

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 18.12.2020, 17:00