Supermann mit Flossen – Der Rotfeuerfisch

Supermann mit Flossen – Der Rotfeuerfisch

Großaufnahme vom Rotfeuerfisch.

Der Rotfeuerfisch mit seinen gestreiften Bannern sieht wunderschön aus. Jedoch sollte man keine Bekanntschaft mit seinen Stacheln machen. Sie stecken voller Gift. Und das verursacht tagelange, ja sogar wochenlange Schmerzen. Aber Attacken gegen Menschen sind äußerst selten, denn der Rotfeuerfisch ist ein friedliches Tier.

Großaufnahme vom Rotfeuerfisch mit seinen 18 Giftstacheln.

Rotfeuerfisch: Er hat insgesamt 18 Stacheln.

Seine Beute hat allerdings viele Gründe, ihm aus dem Weg zu gehen. Seine Augen sehen die Welt in Zeitlupe, so kann er schnellen Fischen in aller Ruhe hinterherjagen. Mit dem Seitenlinienorgan spürt er – wie viele Fische – winzige Druckunterschiede, so dass er auch bei schlechter Sicht seine Beute ausmachen kann.

Gemeinsam stark

Er kann allein jagen, ist aber erfolgreicher im Rudel mit anderen Rotfeuerfischen. Er nutzt sogar aus, wenn andere jagen: Dann schnappt er die Beute, die dem anderen Jäger entkommt. Und er kann sogar mit seinen Artgenossen kommunizieren und sie zur Jagd auffordern.

Großaufnahme vom Rotfeuerfisch mit ausgefahrenem Maul, wie er versucht seine Beute einzusaugen.

Rotfeuerfisch: Sein Appetit ist beachtlich und sein Magen auch, der sich bis zum dreißigfachen Volumen ausdehnen kann.

Wenn sich der Rotfeuerfisch seiner Beute nähert, breitet er seine Flossen mit den langen, wehenden Fahnen aus, um die Beute an der Flucht zu hindern. Mit seinem Maul, das wie eine Röhre hervorschnellt, saugt er den in die Enge getriebenen Fisch in Bruchteilen einer Sekunde ein. Manchmal frisst er Fische, die zwei Drittel so groß sind wie er selbst.

Eindringlinge

Mitte der 90er Jahre schleppten Menschen unvorsichtigerweise den Rotfeuerfisch aus seiner angestammten Heimat, dem Roten Meer und Indo-Pazifik, an die Küste Floridas ein. In den folgenden Jahren explodierte die Population regelrecht und verbreitete sich schnell entlang der nordamerikanischen Küste und dem Golf von Mexico.

Großaufnahme von Rotfeuerfischen, die im Rudel jagen.

Rotfeuerfische: Männchen haben oft einen Harem von 5 bis 6 Weibchen.

In einigen Regionen fraßen die Rotfeuerfische die Riffe leer, Algen begannen zu wuchern und erstickten die Korallen. Heutzutage wird er in riesigen Mengen bejagt. Man hofft, dass man mit Harpune und Grill den Rotfeuerfisch eindämmen kann – es wäre das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass Überfischung ein Problem lösen würde.

Ein Film von Ulf Marquardt

Redaktion: Gabriele Conze 

Stand: 04.10.2017, 11:04

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