Die Rückkehr der Wanderfalken

Ein Wanderfalkenpaar sitzt auf einem Felsen, während er die Gegend beobachtet, frisst sie die geschlagene Beute.

Die Rückkehr der Wanderfalken

Der schnellste Vogel der Erde war noch Mitte der 1970er Jahre nahezu in ganz Deutschland ausgestorben und verschwand auch in vielen Ländern Europas. Lediglich in Süddeutschland konnten sich wenige Wanderfalken behaupten.

Ein Wanderfalke hat seine geschlagene Beute auf einem Felsen abgelegt und frisst sie langsam auf, immer die Umgebung beobachtend.

Beutetiere: Der Wanderfalke ernährt sich nur von kleinen bis mittelgroßen Vögeln, die er im Jagdflug erbeutet.

Als Ursache für sein Verschwinden wurden DDT und andere Pestizide erkannt: Diese Gifte landeten in der Nahrungskette und reicherten sich im Körper der Falken an. Als Folge legten die Weibchen nur noch dünnschalige Eier, die während der Brut zerbrachen. Der Nachwuchs fiel jahrelang komplett aus.

Rettung

DDT wurde in der Bunderepublik verboten. Seitdem hat sich die Population langsam wieder erholt.

Ein Wanderfalkenweibchen füttert ihre Jungen im Nest mit einer geschlagenen Taube.

Wanderfalken: Sie brüten mittlerweile auch in Städten - ein Grund weshalb sie sich so stark ausbreiten konnten.

Unermüdliche Einsätze von Naturfreunden bei Wiederansiedlung und Horstbetreuung haben ebenso zu dem Erfolg beigetragen wie die Anpassungsfähigkeit des Wanderfalken selbst. Er hat sich nicht nur Schritt für Schritt sein altes Territorium zurückerobert, der scheue Schnellflieger zeigt sich sogar als raffinierter Überlebenskünstler. Er hat sich mittlerweile in der Nähe der Menschen in Städten und stadtnahen Landgebieten angesiedelt.

Deutschlandweit

Von seinem letzten Brutgebiet auf der schwäbischen Alb expandierte der Wanderfalke in andere Bundesländer: er hat sich über Rheinland Pfalz bis hin nach Ostdeutschland ausgebreitet. Aber nicht nur das: auch vollkommen neue Regionen, wie das Wattenmeer, wurden erobert.

Portrait eines Wanderfalken: man sieht seine großen Augen und die gelben Hautstellen um Augen und Schnabel.

Auge sei wachsam: Mit seinem "Teleblick" entgeht dem Wanderfalken nichts.

 

Der Wanderfalke hat seinem Namen alle Ehre gemacht: von der Schwäbischen Alb aus hat der schnellste Jäger des Tierreichs wieder ganz Deutschland besiedelt und mit mehr als 600 Paaren ist sein Bestand bei uns gesichert. Heute können wir den Wanderfalken bei seinen Sturzflügen glücklicherweise wieder vor unserer Haustüre beobachten.

Ein Film von Klaus Weißmann, Dietmar Nill und Brian McClatchy

Redaktion: Thomas Kamp

Stand: 03.08.2018, 07:04

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