Ostfriesland - Sieben Inseln und ein Meer

Ostfriesland - Sieben Inseln und ein Meer

Von Felix Benjak

Marschland - ein Wassergraben durchfurcht Weideland.

Ostfriesland - der Norden Niedersachsens. Es ist ein eigenwilliger Landstrich mit vielen Gesichtern. Seit jeher haben die Friesen dem Meer und den Mooren Land abgerungen und eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft erschaffen. Sie ist bis heute Heimat von Fischern und Bauern, von Blaufärbern und Müllern. Sie pflegten noch immer ihre alten Traditionen und leben in Gulfhöfen - baugleiche Bauernhöfe wie aus dem Bilderbuch. Eine weitere Besonderheit: Auf der riesigen Halbinsel gibt es noch ursprüngliche Wildnis - im Wattenmeer mit seinen vorgelagerten sieben Inseln, die sich wie eine Perlenkette vor der Küste aufreihen oder auch im Binnenland mit seinen Marschen, Mooren und Heiden.

ein großer Schwarm Austernfischer und Brachvögel durchkämmen mit ihren Schnäbeln den Strand nach Nahrung.

Watvögel: Austernfischer und Brachvögel sind charakteristische Bewohner der Nordseeküste.

Kaum ein anderes Gebiet Europas ist so vogelreich. Die ostfriesische Küste ist Rastplatz und Überwinterungsgebiet von zahllosen Zugvögeln. Nordische Gänse und Watvögel ziehen im Herbst Richtung Wattenmeer oder lassen sich auf den fetten Weiden der Marschen nieder. Im Frühjahr beginnt das Brutgeschäft der heimischen Vögel. Brandseeschwalben, Austernfischer und Löffler nisten in Kolonien im Schutz der Dünen. Auf den vorgelagerten Sandbänken bekommen die Seehunde Nachwuchs. Das niedersächsische Wattenmeer ist nicht Wasser und ist nicht Land - und doch ist es eine Landschaft der Superlative und seit über 20 Jahren Nationalpark. Ostfriesland hat sich eine Ursprünglichkeit bewahrt, die man andernorts kaum mehr findet.

Film von Hans-Peter Kuttler und Ernst Sasse

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 04.05.2020, 09:00