Mythos Nil - Teil 2: Über Stromschnellen in die Wüste

Zwei Giraffen fressenBlätter von den Bäumen, im Hintergrund fließt der Nil.

Mythos Nil - Teil 2: Über Stromschnellen in die Wüste

Die Reise des Nil ist eine abenteuerliche Geschichte. Sie erzählt von Seen, Sümpfen, Stromschnellen, Wasserfällen und Wüsten. Und sie erzählt von Veränderungen.

Eine riesige Herde Leierantilopen wandert durch Buschland.

Leierantilope: Als Grasfresser bevorzugen sie offene Savannen und Schwemmebenen, wie den Sudd.

Im Südsudan scheint der Nil plötzlich zu verschwinden - doch er ist nicht weg. Er verwandelt sich nur in Afrikas größtes Sumpfgebiet – den Sudd. Seltene Vogelarten leben hier und gewaltige Antilopenherden. Je nach Wasserstand ziehen die Vierbeiner umher und werden so Teil einer der größten Tierwanderungen Afrikas.

Wichtige Wasserquelle

In Äthiopien sorgt das Simien-Gebirge für das Fortbestehen des Nils. Das Wasser, das hier abregnet, lässt seinen größten Nebenfluss entspringen - den Blauen Nil. Ohne ihn würde der Strom auf seinem weiteren Weg austrocknen.

Ein Dschelada-Männchen, ein Blutbrustpavian, sitzt inmitten seiner Gruppe.

Dscheladas: Sie sind enge Verwandte der Paviane und kommen ausschließlich im Hochland von Äthiopien vor.

Dann erreicht er eine Felskante und stürzt in die Tiefe. Tis Abay heißt diese Stelle und ist der zweitgrößte Wasserfall Afrikas. Es folgen tiefe Schluchten mit Steilwänden und Hochplateaus. Hier hat der Fluss exklusive Anrainer - Dscheladas, äthiopische Steinböcke und den äthiopischen Wolf.

Aus Zwei wird Eins

Hinter Khartum, wo sich der Blaue und der Weiße Nil vereinen, erreicht der große Fluss Ägypten. Hier passiert er historische Stätten, ist Hauptverkehrsader und sichert fruchtbare Ernten.

Uräus-Giftschlange, hebt ihren Körper in die Luft und man sieht ihre gelbe Zeichnung auf dem Bauch.

Uräusschlange: Sie ist auch als ägyptische Kobra bekannt und gehört zur Familie der Giftnattern.

Nach fast 6650 Kilometern erreicht der Strom das Nildelta. Es ist das am dichtesten besiedelte Gebiet Ägyptens und Heimat der berühmt berüchtigten Uräusschlange - mit ihr soll Cleopatra Selbstmord begangen haben. Hier fächert sich der Nil in mehrere Flussarme auf. Doch nur über zwei beendet der längste Strom der Welt seine Reise, verlässt das Reich der Pharaonen und mündet ins Mittelmeer.

Ein Film von Harald Pokieser

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 25.03.2019, 10:00