Karussell des Lebens – Die Streuobstwiese

Karussell des Lebens – Die Streuobstwiese

Streuobstwiesen hat der Mensch schon vor Jahrhunderten erschaffen. Eine kluge Idee, denn mit dieser Kulturlandschaft hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ein junger Buntspecht schaut aus einer Baumhöhle herhaus.

Specht: Viele Insekten und alte Bäume - die Streuobstwiese ist die perfekte Wohnlage für ihn.

Obst kann in größeren Mengen angebaut werden und gleichzeitig werden die Wiesenflächen für die Viehwirtschaft genutzt. Wie sich im Laufe der Zeit gezeigt hat: eine Win-win-Situation nicht nur für Mensch und Vieh, sondern auch für viele wildlebende Tiere.

Ein Schlaraffenland

Denn diese Obsthaine sind verlockend: Die vielen Gräser, Blüten und Kräuter ziehen Insekten magisch an.

Eine Biene fliegt eine Apfelblüte an.

Frühjahr: Für die Bienen ist jetzt Haupt-Erntezeit - mit Pollen und Nektar in Hülle und Fülle.

In den alten Obstbäumen finden viele Vogelarten einen Nistplatz: Dauermieter, wie auch Gäste auf Zeit. Und unterirdisch genießen Feldmäuse den Selbstbedienungsladen Streuobstwiese. Was wiederum Füchse und Greifvögel freut: Sie haben die Nager zum Fressen gern.

Gefährdete Welt

Baumschnitt, Mäharbeiten und Obsternte – der Mensch sorgt im Laufe des Jahres stetig für Veränderungen auf der Streuobstwiese und gestaltet so auch das Leben der tierischen Bewohner mit.

Großaufnahme eines Maikäfers

Maikäfer: Etwa alle vier Jahre treten sie im Mai und Juni vermehrt auf - perfekte Jahre für Vogeleltern, deren Nachwuchs ständig nach Futter schreit.

Mittlerweile sind diese einmaligen Biotope in Mitteleuropa stark gefährdet. Zu viel Arbeit, zu unrentabel lautet das Urteil. Viele werden aufgegeben. Doch diese Kleinode sind wichtig für Mensch und Tier. Begleiten Sie uns auf die Streuobstwiese und erleben Sie, wie sich das Karussell des Lebens dreht - wie unerlässlich und wichtig das Zusammenspiel von Natur, Mensch und Tier ist und dass ein jeder vom anderen abhängt.

Ein Film von Annette und Klaus Scheurich

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth 

Stand: 01.03.2019, 10:30