Im Land der wilden Riesen - Wisente in NRW

Der Wisentbulle Ednar liegt im Wald und dahinter stehen zwei Kühe aus seiner Herde.

Im Land der wilden Riesen - Wisente in NRW

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts waren freilebende Wisente in Nordrhein Westfalen vollkommen ausgerottet. Doch Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg hat einen Traum.

Zwei Kühe stehen im Wald und beobachten die Umgebung.

Wisente: Obwohl sie in Deutschland keine natürlichen Feinde haben, sind sie sehr vorsichtig und stellen stets Wachposten ab.

Wisente sollen wieder in NRW frei leben können. Im April 2013 ist es dann endlich soweit. Acht Tiere werden in seinem bewirtschafteten Wald im Rothaargebirge ausgewildert.

Ungewisse Zukunft

Anfangs ist unklar, wie sich die größten Landsäugetiere Europas in das Ökosystem einfügen werden. Denn Straßen, Dörfer und zur Forstwirtschaft genutzte Wälder begrenzen das Streifgebiet der Wisentherde.

Großaufnahme vom Wisenkalb Quintus - ihm wachsen schon mit 3 Monaten Hörner.

Quintus: Er ist das erste Wisentkalb, das nach der Auswilderung geboren wurde.

Doch die kleine Familie fühlt sich pudelwohl im Wittgensteiner Land. In nur 3 Jahren wächst sie auf 21 Wisente an - eine Sensation. Doch mit der größer werdenden Herde gibt es auch mehr Widerstand gegen das ehrgeizige Projekt.

Wachsende Schwierigkeiten

Denn die Privatwälder des Prinzen sind nicht eingezäunt. Und die wilden Riesen halten sich nicht an imaginäre Grenzen.

Die Wisentmutter Queen läufz mit ihrem Kalb Quintus einen Forstweg entlang

Mutter mit Kind: Bis heute sind 19 Wisentkälbchen in den Wäldern des Prinzen frei geboren.

Sie pendeln fleißig fressend zwischen Wittgenstein und dem Sauerland hin und her – und hinterlassen Fraßschäden an den Buchen der Sauerländer. Die Waldbauern ziehen vor Gericht und erhalten hohe Entschädigungszahlungen. Trotzdem fordern sie, die Wisente wieder einzusperren.

Ein Film von Heike Grebe

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 01.03.2019, 00:00