Im Dschungel der Rheinauen

Im Dschungel der Rheinauen

Zwei Smaragdeidechsen bei der Balz

Ein Dschungel am Oberrhein - es ist das Auenland zwischen dem deutschen Taubergießen und dem französischem Rhinau - ein kleines Eldorado, von Wasser geprägt, mit wuchernden Wäldern, kleinen Inseln, voller fremdartiger und schöner Kreaturen.

Großaufnahme von einem bunten Bienenfresser.

Bienenfresser: Die bunten Exoten überwintern in Afrika und ziehen im Frühjahr zu uns.

Es sind die letzten Auwälder unseres Landes und stehen unter Naturschutz. Über 200 Vogelarten finden übers Jahr in diesem idyllischen Feuchtgebiet eine Heimat. Fliegende Juwelen wie die Eisvögel sind darunter und Wärmeliebhaber wie der farbenprächtige Bienenfresser

Im Wald

Das milde Klima im Auenland lockt aber auch mehr als 1000 Käfer- und über 400 Schmetterlingsarten an. Es ist ein Paradies – und das nicht nur für sie.

Eine grüne Gottesanbeterin in Großaufnahme.

Gottesanbeterin: Sie gehört zur Familie der Fangschrecken.

Wer hier genau hinschaut, entdeckt seltene Orchideenarten, ungewöhnliche Pilze und fleischliebende Pflanzen. Kannibalistische Gottesanbeterinnen warten auf den Liebsten, während sich schillernde Libellen über glasklarem Wasser virtuos paaren.

Am Wasser

Diese Seitenarme des Rheins werden von geheimnisvollen Quelltöpfen unter Wasser, den Gießen, gespeist. Ein amphibisches Wunderland.

Zwei Haubentaucher-Küken sitzen auf dem Rücken der Mutter und schauen aus dem Gefieder heraus.

Haubentaucher: Die Küken können von ersten Tag an schwimmen - verbringen aber die ersten Wochen im Rückengefieder der Mutter aus Schutz vor hungrigen Hechten.

Das kommt Hecht und Ringelnatter zugute, die geduldig auf unvorsichtige Beute lauern. Das weiß die Haubentaucherfamilie und hat bei ihren Ausflügen die Sprösslinge voll im Griff. Dieses kleine, dschungelhafte Feuchtgebiet pulsiert nur so vor Leben, denn die Auen sind eines der artenreichsten Landschaften Mitteleuropas - einst gab es sie überall an den Ufern des Rheins.

Ein Film von Sigurd Tesche

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 15.03.2019, 09:04