Unsere Eichhörnchen

Unsere Eichhörnchen

Ein rotbraunes Eichhörnchen schaut aus seiner Baumhöhle heraus.

In Mischwäldern fühlen sich Eichhörnchen wohl. Hier finden die flinken Kletterakrobaten alles, was Herz und Magen begehren: Samen, Nüsse, Früchte, Pilze und so manches nahrhafte Vogelei. Ein Teil der Ausbeute wird jedoch im Wald vergraben. Eichhörnchen legen Futterdepots an. Für harte und kalte Zeiten. Dann geht es schnell in die Baumwipfel zurück. Hier ist das eigentliche Reich der Einzelgänger. Hier sind auch die Kobel, ihre mit Moos und Gräsern gepolsterten Nester. Sie werden nur mit dem Nachwuchs geteilt. Sind die Kinder aus dem Haus, dient der Kobel als Quartier für die Winterruhe. Doch Eichhörnchen können nicht den ganzen Winter durchschlafen. Einmal pro Tag müssen sie sich auf die Suche nach ihren Futterverstecken machen, denn sie können sich keine Fettreserven für die dunkle Jahreszeit anfressen.

Drei junge Eichhörnchen haben sich im Nest zusammengerollt und schlafen.

Kinderstube: Nur etwa jedes fünfte Eichhörnchen überlebt das erste Lebensjahr.

Doch am Boden sind die Baumbewohner angreifbar. Füchse, Marder und Greifvögel lauern überall. Für den Nachwuchs sind sogar die Nester nicht immer sicher. In den ersten Wochen sind die kleinen Eichhörnchen blind und hilflos. Ein gefundenes Fressen für Schlangen und Rabenvögel. Doch die größte Gefahr für unsere heimischen Eichhörnchen sind ihre amerikanischen Verwandten: Grauhörnchen. Vor über 120 Jahren setzten Menschen sie in England und Italien aus. Grauhörnchen verbreiten ein tödliches Virus, gegen das sie selbst immun sind. Für europäische Eichhörnchen ist der Virus tödlich. In Großbritannien haben unsere Eichhörnchen fast schon gegen den amerikanischen Vetter verloren. Und auch in Oberitalien breiten sich Grauhörnchen aus. Sie drohen über die Alpen in die Schweiz, nach Österreich und Deutschland zu kommen - das hätte verheerende Folgen für unser heimisches Eichhörnchen.

Ein Film von Franz Fuchs

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 02.11.2020, 08:04