Dschungel unter Wasser - Das geheimnisvolle Leben im Baggersee

Unterwasseraufnahme eines Fischschwarms, der zwischen Baumwurzeln schwimmt

Dschungel unter Wasser - Das geheimnisvolle Leben im Baggersee

Die Reise führt in eine überraschende Welt - unbekannt, aber geradezu märchenhaft. Die Unterwasserwelt, die bisher nur wenige zu Gesicht bekommen haben, befindet sich mitten in Europa, direkt vor den Toren einer elsässischen Stadt.

Luftaufnahme von einem  Baggersee, der von vielen Bäumen umrundet ist.

Baggersee: Er brauchte ungefähr 30 Jahre, um aus einem Wasserloch ein Naturparadies zu werden.

Dieser geheimnisvolle Ort ist eine ehemalige Kiesgrube. Nun möchte man meinen, ein Baggersee sei nichts Besonderes, schließlich gibt es Tausende an den Ufern der großen Flüsse. Doch die im Film gezeigte Kiesgrube ist nicht durch Müll verschmutzt, von Angelvereinen in Beschlag genommen oder von badenden Menschenmassen überfallen worden, wie die meisten dieser von Menschen geschaffenen Gewässer.

Schwein gehabt

Unser Baggersee hatte Glück und ist im Laufe der Zeit einfach von den Menschen vergessen worden. Und so konnte sich die Natur dieses Wasserloch erobern. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten haben hier eine neue Heimat gefunden.

Hecht schwimmt durch Unterwasserpflanzen.

Hechte: Der Baggersee bietet ihnen genügend lichtdurchflutete Flachwasserzonen, die sie als Kinderstube benötigen.

In ein paar Jahrzehnten hat sich die ehemalige Kiesgrube zu einem paradiesischen See entwickelt. Hechte gehen hier auf die Jagd und seltene Vögel ziehen ihren Nachwuchs auf. Und auch vom Aussterben bedrohte Tiere wie der Flussaal finden in dem Baggersee eine neue Zuflucht.

Exoten

Sogar Süßwassergarnelen und Quallen, die ursprünglich aus Asien stammen, sind hier zu finden. Und sibirische Störe - wahrscheinlich von Anglern ausgesetzt.

Nahaufnahmen von einem Süßwassergarnelenschwarm, der aus hundertausenden von Tieren besteht.

Süßwassergarnelen: Sie stammen aus dem Schwarzen Meer und sind vermutlich über Kanäle und im Bauch von Schiffen in den Westen gewandert.

 

Doch auch einheimische Tiere, wie die äußerst seltene Ringelnatter, finden hier einen auf sie zugeschnittenen Zufluchtsort. Es gibt Tausende aufgegebene Kiesgruben in Europa. Wie hier, könnten aus vielen kleine Paradiese entstehen. Wenn man ihnen nur Zeit und Ruhe lässt. Den Rest erledigt die Natur von ganz allein.

Ein Film von Serge Dumont, Frank Nischk, Sarah Zierul und Thomas Weidenbach

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 24.08.2018, 07:04