Die Wüstenpferde Namibias –Afrikas Wilder Westen

Eine Pferdeherde mit einem Fohlen läuft durch die Wüste.

Die Wüstenpferde Namibias –Afrikas Wilder Westen

Eigentlich sind die Sandwüsten und Savannen der Namib nur für Spezialisten gedacht, die sich über Jahrtausende an die harschen Bedingungen angepasst haben - wie Tüpfelhyänen, Oryx-Antilopen oder Strauße.

Eine Hyäne steht in einer trockenen Anhöhe und beobachtet die Umgebung.

Tüpfelhyänen: Sie sind am gefährlichsten für die Wildpferde der Namib.

Doch die älteste Wüste der Welt hat auch tierische Bewohner, die aus Europa stammen: Pferde. Sie sind Relikte des Diamantenbooms der deutschen Kolonialzeit.

Härteste Bedingungen

200 wilde Nachfahren des einstigen Bestandes aus deutschen und englischen Militärpferden behaupten sich heute gegen Dürre, Hitze und Bedrohungen durch Skorpione, Schlangen und Hyänen.

Pferde stehen vor einer Herde von Oryx Antilopen.

Wüstenpferde: Im Gegensatz zu Oryx-Antilopen können sie nicht ihre Körpertemperatur so regulieren, um Wasser zu speichern und weite Strecken, ohne zu trinken, zurückzulegen.

Ein Bohrloch mit Wasser gibt es in der Wüste. Einst für die deutsche Eisenbahnlinie ausgehoben. Heute hilft diese Wasserstelle den Pferden in dieser unwirtlichen Gegend zu überleben. Sind aber die erreichbaren Weidegebiete um das Wasserloch abgegrast, müssen die Pferde hungern.

Überlebenswichtige Tricks

Nach langen Dürreperioden bleiben meistens nur die verdorrten, mineralstoffarmen Halme des zähen Bushmann-Krauts, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Eine Stute und ein Fohlen beschnuppern sich.

Namib-Fohlen: Schon 15 Minuten nach der Geburt steht es auf eigenen Beinen.

Aber auch ihr angeborenes Sozialverhalten hilft ihnen die meisten Strapazen und Bedrohungen zu meistern. Bei Hyänenangriffen bilden sie Schutzwälle um ihre Fohlen. Ihren Salzhaushalt bessern sie auf, indem sie sich gegenseitig den Schweiß ablecken. Und die Clans werden nur von den stärksten Tieren angeführt, egal ob Stute oder Hengst. Alles Erfolgsrezepte, die den Pferden der Namib bereits 100 Jahre Überleben in der trockensten Wüste der Welt gesichert haben.

Ein Film von Franz Leopold Schmelzer

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 11.06.2019, 14:09