Die Reise der Schneeeulen - ein Wintermärchen

Weiße Schneeeule sitzt im Schnee

Die Reise der Schneeeulen - ein Wintermärchen

Nur sehr selten bekommt man Schneeeulen bei uns zu sehen. Aber alle paar Jahre tauchen sie in unseren Breiten auf und sorgen damit bei Ornithologen für Herzklopfen. Schneeeulen sind keine Zugvögel und doch machen sie sich ab und an auf eine Reise aus ihren angestammten Lebensräumen der arktischen Tundra in südlichere Gefilde. Ihr Überlebenswille zwingt sie dazu. Und Lemminge spielen dabei eine sehr wichtige Rolle.

Weiße Schneeeule füttert eines ihrer Jungen.

Schneeeulen: Ihre Jungen müssen innerhalb weniger Wochen einige Kilos an Gewicht erreichen, sonst überleben sie den Winter nicht.

Schneeeulen und Lemminge bilden seit Jahrtausenden eine Schicksalsgemeinschaft. Etwa alle vier Jahre vermehren sich die Verwandten der Wühlmäuse massenhaft. Jahre des Überflusses für Schneeeulen. Dann legen die weißen Vögel sogar bis zu 11 Eier. Kein Problem so viele Jungen aufzuziehen, auch wenn jedes Küken bis zu vier Lemminge am Tag verschlingt.

Harte Zeiten

Doch es gibt Jahre da scheinen in einigen Regionen der Tundra die zyklischen Massenvermehrungen der Lemminge auszubleiben. Nahrungsalternativen der Schneeeulen sind Schneehühner und -hasen.

Schneeeule kommt zu ihren Jungen ins Nest.

Schneeeulen: In schlechten Jahren gibt es nur wenige Küken im Nest.

Doch die sind äußerst schwer zu erbeuten. Und ein früh einsetzender Winter erschwert die Jagd zusätzlich. Wird der Hunger zu groß, gibt es nur eine Lösung: rechtzeitig in den Süden zu fliehen. Denn dort stehen die Chancen ausreichend Beute zu machen sehr viel besser. So beginnt für die Schneeeulen eine abenteuerliche Reise.

Spektakuläre Taktiken

Auf diesem ungewöhnlichen Zug in den Süden, durch märchenhafte Winterlandschaften, erleben Sie, dass Schneeeulen sogar zu tagaktiven Jägern werden und wie andere Tiere eisige Zeiten überstehen.

Eine Herde Rentiere sucht im Schnee nach Futter.

Rentiere: Im Winter suchen sie unter der Schneedecke noch Flechten und Moosen.

Rentiere haben zum Beispiel ein sehr effektives Heizsystem. Ebenso Wasservögel, deren splitternackte Füße ja sogar bei Minustemperaturen nicht erfrieren. Schneehasen sind selbst bei höchstem Schnee immer noch schneller unterwegs als jedes andere Tier. Und Bartkauze können ihre Beute sogar bis zu 40 Zentimeter unter der Schneedecke orten. Alles äußert ausgeklügelte Strategien. Aber nur mit ihnen überstehen Schneeeulen und ihre tierischen Nachbarn die lebensfeindlichen und kargen Wintermonate.

Ein Film von Klaus Weißmann, Dietmar Nill und Brian McClatchy

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 02.11.2018, 00:00

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