Die Reise der Schneeeulen - ein Wintermärchen

Die Reise der Schneeeulen - ein Wintermärchen

Schneeeulen leben eigentlich in der arktischen Tundra. Doch in ganz besonderen Jahren tauchen sie sogar in Deutschland auf. So werden immer wieder die großen weißen Vögel in Mitteleuropa gesichtet und gelten dann als ornithologische Sensation. Doch was treibt die hervorragend an die arktische Kälte angepassten Vögel in unsere Breiten?

Weiße Schneeeule füttert eines ihrer Jungen.

Schneeeulen: Der Bruterfolg schwankt von Jahr zu Jahr stark - er hängt vor allem vom Bestand der Lemminge ab.

Schneeeulen und Lemminge bilden seit Jahrtausenden eine Schicksalsgemeinschaft. Etwa alle vier Jahre vermehren sich die Lemminge massenhaft. In dieser Zeit gibt es für die Schneeeulen genug Futter für die Jungenaufzucht. Die Eulen legen dann bis zu 11 Eier und können erfolgreich ihre Küken groß ziehen, denn zwei bis vier Lemminge verschlingt ein Küken täglich.

Harte Zeiten

Doch in den letzten Jahren scheinen in einigen Regionen der Tundra die zyklischen Massenvermehrungen auszubleiben. Was passiert mit Lemmingen und Schneeeulen? Wie sind die ökologischen Zusammenhänge? Und was passiert, wenn der Winter doch einmal viel zu früh kommt?

Weiße Schneeeule fliegt durch eine komplett weiße Schneelandschaft.

Schneeeulen: Bis zu 85 Kilometer pro Stunde schnell können sie fliegen.

Die Lösung ist, rechtzeitig in den Süden zu fliehen, wie es die meisten Zugvögel tun. Die Lemminge allerdings können nicht abwandern und müssen bei Temperaturen bis zu -40 Grad °C ausharren. Doch die Eulen können ihr Gebiet verlassen und eine abenteuerliche Reise beginnt.

Spektakuläre Taktiken

Auf dieser ungewöhnlichen Reise der Schneeeulen erlebt man, warum die Vögel tagaktive Jäger sind und wie sich andere Tiere vom Norden bis in den Süden den unwirtlichen klimatischen Bedingungen des Winters und den ökologischen Veränderungen ihrer Lebensräume anpassen.

Eine Herde Rentiere sucht im Schnee nach Futter.

Rentiere: Im Winter suchen Rentiere unter der Schneedecke noch Flechten und Moosen.

Welches ausgeklügelte Heizsystem Rentiere zum Beispiel nutzen, um in der Wunderwelt des Winters zu überleben und warum Wasservögel trotz splitternackter Füße in eisiger Kälte nicht erfrieren. Wieso der Schneehase als eleganter Sprinter im hohen Schnee schneller ist als jedes andere Tier. Oder wie der Bartkauz seine Beute sogar bis zu 40 Zentimeter unter der Schneedecke orten kann. Alle Tiere haben phantastische Strategien, die lebensbedrohliche Kälte draußen zu überstehen. Auch die Schneeeule, die im Frühjahr einen ihrer seltenen Ausflüge in den Süden beendet und die Rückreise in ihre arktische Heimat antritt.

Ein Film von Klaus Weißmann, Dietmar Nill und Brian McClatchy

Redaktion: Gabriele Conze

Stand: 03.11.2017, 00:00

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