Die Bären in den Himmelsbergen

Die Bären in den Himmelsbergen

Eine ziemlich helle Braunbärin steht mit ihrem Jungen auf einem Felsbrocken und beobachtet die Umgebung:

Sie sind wild und schroff, die Tien Shan – die Himmelsberge. Dieses große Gebirge im Süden Kasachstans ist ein wahres Paradies für selten gewordene Wildtiere, wie den Schneeleoparden zum Beispiel. Der König der Himmelsberge ist jedoch der zentralasiatische Braunbär. Doch trotz Schutzstatus wird er gnadenlos bejagt, denn in China gilt er als Delikatesse. Die Verfolgung hat die Bären der Tien Shan deshalb äußerst misstrauisch und scheu gemacht. So grenzt es fast an ein Wunder, das Familienleben einer Bärin mit ihren zwei Jungen hautnah zu filmen und mitzuerleben.

Zwei Bärenjungen räkeln sich in der Sonneauf einer Wiese.

Bärengeschwister: In der Regel bringt eine Bärin zwei bis drei Junge auf die Welt.

Es ist Frühjahr und die Bärin wandert mit ihrem Nachwuchs aus den hohen Bergregionen langsam hinab in die Täler und Wälder der Tien Shan. Hier findet die Mutter genügend Früchte, Beeren und Blumenzwiebeln. Aber auch jedes Insekt bietet eine willkommene Abwechslung im Speiseplan und ist ein hervorragender Eiweiß- und Kalorienlieferant. Die Bärin muss am Tag 20.000 Kalorien zu sich nehmen, um ihre Jungen säugen zu können. Das heißt: fressen im Akkord. Für die Jungen bedeutet das außerdem, täglich enorme Strecken zu bewältigen. Doch mit jedem Tag werden sie kräftiger und erkunden neugierig ihre nicht immer ungefährliche Bärenwelt in den Bergsteppen der Himmelsberge.

Film von Tobias Mennle

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 03.06.2020, 11:00