Die Anden – Natur am Limit: Wüstes Hochland

Die Anden – Natur am Limit: Wüstes Hochland

Ein Vikunja steht auf eine baumlosen trockenen Grasebene.

Der Altiplano: Es ist die größte und höchst gelegene Ebene in den Anden. Auf 4000 Meter ist die Natur am Limit und extremen Bedingungen unterworfen. Hier können nur absolute Spezialisten überleben - wie Vikunjas, südamerikanische Kleinkamele. Sie sind mit besonders großen Herzen und Lungen ausgestattet, um sich in der dünnen Luft mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Ihr Fell ist so fein und dicht, dass es in dieser Höhe perfekt vor Kälte schützt und gleichzeitig einen wirksamen UV-Schutz bietet.

Zwei Vikunjafohlen stehen nebeneinander auf einer baumlosen Ebene.

Vikunja-Fohlen: Sie sind besonders wachsam und auf der Hut vor Feinden, wie Pumas, und trotzdem werden ein Drittel aller Jungtiere in den ersten sechs Monaten gerissen.

Doch der Altiplano wartet mit noch mehr tierischen Überlebenskünstlern auf. Dem Sauerstoffmangel begegnet der Titikakafrosch im größten See Südamerikas mit einer stark aufgefalteten Haut. Der Frosch vergrößert so sein Atmungsorgan auf das Dreifache. An anderen Orten des Altiplano hingegen lässt die starke UV-Strahlung Wasser schnell verdunsten. An der westlichen Flanke der Anden können zwischen zwei Regenschauern sogar viele Jahre liegen. Kakteen gedeihen nur, weil sie die Kunst des Wasserspeicherns beherrschen. Und die sonst eher zierliche Beutelratte speichert nach erfolgreicher Jagd immer ein wenig Fett in ihrem Schwanz - für zu trockene und harte Zeiten. So meistern die Tiere der Anden die lebensbedrohenden Herausforderungen auf unterschiedlichste Weise. Sie sind wie das wüste Hochland, in dem sie leben: einzigartig und extrem. 

Ein Film von Christian Baumeister

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 02.02.2021, 09:13