Der kleine Kaukasus

Der kleine Kaukasus

Berglandschaft von Goy Göl und Maral Göl in Aserbaidschan, sie zählt zu den wildesten Regionen im Kleinen Kaukasus.

Über die Natur auf der Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer ist nur wenig bekannt. Abgeschirmt vom mächtigen, über 4000 Meter hohen Hauptkamm des Großen Kaukasus, konnte sich im niedrigeren Kleinen Kaukasus eine wärmeliebende Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

Zwei Kropfgazellen weiden in den Halbwüsten Shirvan, einer halbtorckenen Buschlandschaft.

Kropfgazellen: In ihrer Heimat im Osten Aserbaidschans sieht es fast so aus, wie in der Serengeti.

Das letzte bedeutende Refugium der Kropfgazellen ist die Shirvan-Halbwüste. Diese Gazellenart ist hervorragend an den hier herrschenden Wassermangel angepasst. Sie bezieht nämlich ihre gesamte Flüssigkeit ausschließlich aus der Nahrung.

Vogelwelten

Auch die Blauwangenspinte, die buntesten Vögel des Kleinen Kaukasus, lieben trockenes Klima - und die Nähe der Menschen. Der Grund für diese Nachbarschaft: Die Spinte brüten unterirdisch. Je offener der Boden, desto besser lassen sich Bruthöhlen in die Erde treiben.

Zwei Blauwangenspinge fliegen ind en Himmel auf.

Blauwangenspinte: Sie gehören zur Familie der Bienenfresser.

Dagegen thronen Kaiseradler in ihren Horsten auf den höchsten Pappeln der Hutewälder, den Tugai. Die großen Greifvögel jagen alles, was sie überwältigen können: Vögel, Reptilien, kleinere Säugetiere, aber auch Hühner aus den nahen Dörfern.

Miteinander

Seit Jahrtausenden sind die oasengleichen Flusstäler Lebensraum von Viehzüchtern und Wildtieren. Drei Geierarten brüten in den Canyons der Transkaukasischen Senke - Gänsegeier, Mönchsgeier und Schmutzgeier. Ohne die Viehzüchter mit ihren Herden gäbe es hier nicht annähernd so viele dieser Aasfresser.

Eien Herde Bezoarziegen steht auf einem mit Restschnee bedckten Kamm im Hochgebirge.

Bezoarziegen: Seit über zwei Jahrtausenden wandern sie über die kargen Hochebenen des Kleinen Kaukasus.

Und ohne die Bezoarziegen gäbe es ein wichtiges Haustier nicht. Diese Wildziegenart ist die Stammform aller Hausziegen. Menschenscheu verziehen sie sich lieber ins armenische Hochland. Doch die meisten Wildtiere im Kleinen Kaukasus haben sich mit den Menschen arrangiert. Denn diese einmalige Bergwelt ist ein uraltes Siedlungsgebiet der Völker. Armenier, Türken, Kurden, Perser, Georgier und Aserbaidschaner machten den Kleinen Kaukasus zu einem ethnischen Schmelztiegel.

Ein Film von Henry M. Mix

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 01.10.2018, 09:00