Auf Leben und Tod - Die Küste

Ein südamerikanischer Küstenotter hält in seinen Pfoten einen halb angefressenen Krebs.

Auf Leben und Tod - Die Küste

Die Küsten zwischen Australien und Thailand und zwischen den USA und Chile sind die schwierigsten Jagdreviere der Natur. Trotzdem verlassen viele Tiere ihre bevorzugten Lebensräume und kommen an diese Grenzbereiche zwischen Wasser und Land, um zu jagen. Sie nehmen dabei oft große Risiken auf sich, in der Hoffnung ausreichend Nahrung zu finden.

Ein Oktopus schleicht bei Ebbe über Felsen.

Küste von Nordaustralien: Hier wurde 2011 eine Oktopusart entdeckt, die sich als einzige auch an Land fortbewegen kann.

Manche Jagdmöglichkeiten sind von Ebbe und Flut abhängig und bieten sich zweimal am Tag, andere Gelegenheiten Beute zu machen gibt es manchmal nur für wenige Stunden im Jahr. Um an der Küste Jagderfolg zu haben, müssen die Jäger geduldig, sehr clever, äußerst schnell und zur rechten Zeit am rechten Ort sein.

Land in Sicht

Eine äußerst erstaunliche und effektive Jagdstrategie setzen große Tümmler an der Küste von South Carolina in den USA ein. Und riskieren jedes Mal zu stranden.

Große Tümmerler liegen halb auf dem Strand und schnappen nach Fischen, die sie aufs Land getrieben haben.

Große Tümmler: Diese erstaunliche Jagdmethode wurde bisher weltweit bei keiner anderen Delfingruppe beobachtet.

Bei Niedrigwasser treiben sie Fische Richtung Ufer. Mit einem schnellen und hervorragend koordinierten Angriff, bei dem eine Bugwelle entsteht, schwemmen sie ihre Beute an Land und rutschen seitlich liegend hinterher. Halb im Wasser, halb an Land können sie nun die zappelnden Leckerbissen einfach aufsammeln.

Meeresfrüchte Restaurant

Auch an Thailands Küste warten besondere Besucher aus dem Wald auf die Ebbe. Langschwanzmakaken haben gelernt ihre vegetarische Nahrung durch tierisches Eiweiß zu ergänzen.

Eien Lanschwanzmakake steht in einem Wassertumpfel an der Felsenküste und frisst eine Krabbe.

Langschwanzmakaken: Sie fressen nicht nur Muscheln, sondern jagen bei Ebbe auch Krebse in den Wassertümpeln.

 

Ist das Wasser zurückgegangen, machen sich die Affen über Felsenaustern her. Sie haben gelernt mit flachen Steine die Muscheln zu öffnen. Dieses Verhalten ist genauso erstaunlich und faszinierend wie die der fischenden Wölfe in Alaska, der Küstenotter an Chiles Küste oder auch der weltweit größten Ansammlung von Buckelwalen vor Neufundlands Küste. Für sie alle entscheidet vor allem das richtige Timing über Leben und Tod, in einem Lebensraum, der sich ständig verändert.

Ein Film von Hugh Pearson

Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 01.10.2018, 09:00