Viele Fragen - hier die Antworten - Teil 5

Aus dem Gästebuch zum WDR-Check

Viele Fragen - hier die Antworten - Teil 5

In unserem Gästebuch gab es sehr viele Anregungen, Fragen und Kritik. Wir haben uns bemüht, so schnell und umfassend wie möglich darauf zu reagieren. Hier die Antworten auf Ihre Fragen.

Herbert Karich (20.10.2013, 13:17 Uhr) zu Werbung und zum Rundfunkbeitrag:

Hallo Herr Buhrow. Als besonderer Bewunderer von Ihnen("Mein Name ist Buhrow, Tom, Agent ..".) möchte ich Sie fragen warum das öffentlich-rechtliche Fernsehen trotz andersllautendem Staatsvertraages immer noch Werbung sendet die eigentlich doch nur und ausschließlich den Privatsendern vorbehalten sein sollte. Für eine Antwort danke ich Ihnen im Voraus

WDR: Im WDR Fernsehprogramm wird gar keine Werbung gesendet. Die Gesamtdauer der Werbung im Erste  und im ZDF beträgt unter der Woche im Jahresschnitt jeweils höchstens 20 Minuten. Das entspricht den Regelungen des Rundfunkstaatsvertrags. Der Gesetzgeber hat die Mischfinanzierung aus Rundfunkbeitrag und Werbung bewusst eingerichtet: sie soll sicherstellen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk vor direkter Einflussnahme geschützt ist. Die Einnahmen aus Werbung machen nur einen kleinen Teil des Etats aus. Dennoch ist es schwer, ganz auf Werbeeinnahmen gänzlich zu verzichten. Denn wie der Rundfunkbeitrag zu verwen­den ist, ist genau festgelegt – wogegen mit den Einnahmen aus Werbung und Sponsoring flexibel umgegangen werden kann, zum Beispiel, wenn Sport- und Spielfilmrechte teurer werden und die vorgese­henen Anteile des Rundfunkbeitrags nicht ausreichen.

Rüdiger Weigt, Essen (19.10.2013, 11:23 Uhr) zur Kulturberichterstattung:

Sehr geehrter Herr Buhrow seit 2010 habe ich eine Auseinandersetzung mit Ihrer Vorgängerin und dem Rundfunkrat geführt. Anlass war die Nicht-Berichterstattung über das Kultur- Hauptstadt im Revier. Beispiele: Über das Still-Leben auf der gesperrten A 40 (3 Mio. Teilnehmer) wurde zweimal 30 min. berichtet. In der ersten Sen- dung wurde vorwiegend über die Verarbeitung von Schlangengurken berich-tet. Über den Auftritt der Ruhrgebietsbarden (Knebel, Appel, Atze usw., usw.) gab es keine Bilder. Eine weitere Aufzählung erspare ich mir aus Platzgründen. Im Gegensatz zum Pott gab es bis heute wie immer 'Rheinland ganz dick'. Vier Stunden kann der Zuschauer jährlich bunt beleuchtete Schiffe auf dem Rhein beobachten (Kölner Lichter), eine langweilige Veranstaltung, die erst der WDR zum Event gemacht hat. Fast die gleiche Zeit dauert die Übertra-gung des Neusser Schützenumzuges und den vierzigsten Geburtstag der Höhner sollte ich gleich mehrfach feiern. Ausgewogenheit ist nicht vorhanden.

WDR: Hallo, schade, dass Sie das Teile des WDR-Programms für unausgewogen und „langweilig“ halten. Die meisten unserer ZuschauerInnen, HörerInnen und UserInnen sehen das nicht so. Natürlich sind Themen immer auch Geschmackssache. Wir bemühen uns aber jeden Tag um vielfältige Berichterstattung – nicht zuletzt, weil wir als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt neben einem Informationsauftrag auch einen gesetzlich vorgeschriebenen Bildungs- und Unterhaltungsauftrag haben.

Michael Adams (18.10.2013, 20:42 Uhr) zu HD-Programm/Unitymedia

Sehr geehrter Herr Buhrow, seit geraumer Zeit wird das WDR-Programm in HD produziert und ausgestrahlt. Da ich Fernsehen in gern in bestmöglicher Qualität empfange, finde ich diese Entwicklung sehr positiv und bin gerne bereit meine Gebühren dafür einzusetzen. Leider habe ich, wie viele tausend Haushalte in NRW, überhaupt nichts von dieser Verbesserung. All jene, die in Mehrfamilienhäusern wohnen und zwangsweise über den Monopolisten Unitymedia verkabelt sind, bekommen die öffentlich-rechtliche TV-Programme, mit Ausnahme von ARD und ZDF, ausschließlich in normaler Auflösung. Wie in Internetforen zu lesen ist, scheint dies an Auseinandersetzungen über die Übertragungsentgelte zu liegen. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass sich dieser Zustand bald ändert.

WDR: Hallo, danke für den Hinweis.

Günter Bodach (18.10.2013, 14:24 Uhr) ist genervt von Willicks & Könnes:

Sehr geehrter Herr Buhrow, Ein großes Lob für das Radioprogramm des WDR. Wie gut das Programm ist, erfährt man regelmäßig wenn man mal den Sektor verläßt. Besonders in den neuen Bundesländern. Katastrophal!! So groß wie mein Lob für das Radioprogramm ist meine Kritik an die Servicezeit im WDR Fernsehen. Das war früher eine bunte Sendung mit verschiedenen Moderatoren. Sehr informativ und unterhaltend. Jetzt fühle ich mich durch multimediale Präsens der beiden Moderatoren Yvonne Willicks und Dieter Könnes nur noch genervt. Nicht nur das sie die Servicezeit moderieren, sondern sie besetzen auch noch das Frühabendprogramm oder das Radioprogramm und sie wirken dabei auch noch belehrend. Vielleicht ist dieses Konzept preiswerter aber sicher nicht gut.

WDR: Hallo, schade, dass Yvonne Willicks und Dieter Könnes nicht gut bei Ihnen ankommen. Die beiden sind allerdings bei den meisten unserer ZuschauerInnen und HörerInnen sehr beliebt. Letztendlich ist das wohl Geschmackssache.

Gudrun Habich (16.10.2013, 13:16 Uhr) zu Regionalität und OWL:

Ich versuche schon seit langer Zeit beim WDR auch an OWL zu denken. Wir bezahlen auch unsere Gebühren, aber bei Reportagen, Aktuelle Stunde, sind wir außen vor. Aus OWL kommen nur Beiträge über schwere Unfälle, verstopfte Autobahnen aber sonst nichts. Selbst in den Nachtstunden wird die Lokalzeit von allen Sendern aus NRW übertragen. Nur Bielefeld sucht man vergebens. Da müssen Sie als Intendant kommen, damit man mal auf meine Frage (die ich bestimmt schon einige male gestellt habe) nicht beachtet wird.

WDR: Hallo, der WDR ist der Sender für ganz NRW. Das Fernsehen und die Radioprogramme bemühen sich ständig darum, alle Regionen im Land zu berücksichtigen – dazu gehört selbstverständlich auch OWL. Unzweifelhaft liegen allerdings die größte Stadt des Landes und die Landeshauptstadt im Rheinland. Beides sind geographische Fakten, die sich nicht ausblenden lassen. Dennoch versucht der WDR kontinuierlich, diese Asymmetrie auszugleichen.

In der Sportberichterstattung gibt es zwei Schwerpunkte, die sehr stark nach Westfalen weisen: Der Reitsport mit Championat und Großem Preis aus Münster, das Internationale Hallenturnier aus Dortmund sowie die Warendorfer Hengstparade. Auch bei der NDR-/WDR-Koproduktion „Liga 1“ haben wir stark an Westfalen gedacht: Immerhin drei der fünf westdeutschen Vereine kommen aus Ostwestfalen. Sie können daran ablesen, dass es häufig nur eine Frage des Blickwinkels ist, ob wir einen Landesteil bevorteilen oder benachteiligen.

Frank Undbald (15.10.2013, 22:13 Uhr) zur Zahl der Klangkörper:

Sehr geehrter Herr Buhrow! Ist es wirklich nötig 26 Sinfonieorchester, Biig Band usw zu unterhalten? Hinzu kommt ein Heer von 1700 Sanger und Insrumentaisten. Kein TV Sender in der Welt leistet sich so ein Musikerheer das 150 Millionen Euro im Jar kostet Was sagen Sie dazu? Vielleicht lohnt sich ein Blick über den Tellerrand zu anderen TV-Sendern wie SAT1 oder Pro7!

WDR: Die Klangkörper der Landesrundfunkanstalten sind Teil des Kulturauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Und sie sind kein Selbstzweck. Sämtliche Konzerte finden sich auch in den Programmen wieder, und zwar in mehrfacher Form:  bei der Erstsendung der jeweiligen Landesrundfunkanstalt, bei Übernahmen durch andere Häuser sowie Übernahmen durch Radio- und TV-Stationen der EBU (European Broadcasting Union). Dabei findet der weitaus größte Teil der Konzerte der Klangkörper im jeweiligen Sendegebiet statt. Die Auftritte sind für Musikinteressierte in vielen Regionen oft die einzige Möglichkeit, Konzerte live zu erleben, da öffentlich finanzierte Kulturangebote angesichts der Finanzlage z.B. der Kommunen vielerorts zurück gehen.

Manni PS (15.10.2013, 13:29 Uhr findet WDR 4 super und will auf WDR 2 mehr deutsche Musik:

Die Radiosender kommen gut! Bei mir läuft WDR 4. Da hab ich den ganzen Tag Oldies und höre die Nachrichten.Unterweg bin ich mit WDR 2.Da wäre allerdings mehr deutsche Musik spitze und wenn interessante regionale Nachrichten mit einfließen würden.

WDR: Danke für dieses Lob! Den Wunsch nach mehr „deutscher Musik“ teilen die meisten WDR 2-HörerInnen nicht – die Redaktion befragt das Publikum regelmäßig zu Musik und Programm.

Manni (15.10.2013, 13:25 Uhr) zu Wiederholungen / Einsfestival:

Total enttäuscht bin ich von 1festival.Habe eigentlich gehofft, dass unter alten Schätzen auch Serien oder Klassiker aus den 60/70ern laufen würden. Stattdessen laufen Wiederholungen von Fernsehspielen oder Shows!Die Lindenstr. als Wiederholung kann doch auch nur ein Versehen sein!ZDF Neo bringt wenigstens ab und zu einen Spielfilm um 20.15 Uhr.Warum übrigens nicht auch der WDR? Ein Lichtblick ist der Tatort aber STÄNDIG und ÜBERALL auf den 3 wird mit der Zeit auch langweilig! Übrigens wäre es schön Haferkamp aus Essen oder Gustl Bayerhammer als Münchner Kommissar mal wiederzusehen!

WDR: Hallo, einsfestival ist experimentierfreudig – ein eigener „Mikrokosmos“ in der ARD. Die Redaktion setzt Akzente mit besonderen Highlights – und ist aus unserer Sicht alles andere als ein Wiederholungskanal. Einsfestival ist für uns vielmehr ein wichtiges Element für unser Vorhaben, für jüngeres Publikum attraktiv zu sein. Allerdings ist der Etat für das Programm eher klein - gerade im Vergleich zu ZDFneo. Daher müssen wir hin und wieder auch Wiederholungen ins Programm nehmen.

Stand: 30.10.2013, 16:57