Viele Fragen - hier die Antworten - Teil 1

WDR Check 2013

Viele Fragen - hier die Antworten - Teil 1

Zur Vorbereitung des WDR-Checks hatten wir Sie um Fragen und Anregungen zum WDR gebeten - mit großer Resonanz. Die Antworten auf Ihre Einsendungen gibt´s hier.

Friedrich Kuckelmann (29.10.2013, 15:18 Uhr) zum 7. Sinn:

Lieber Herr Buhrow ist es möglich den 7. Sinn wieder einzuführen? Viele Mitmenschen, die vor längerer Zeit den Führerschen erworben haben sind nicht immer auf den neusten Stand der Verkehrsregeln und der Gesetzeslage. Mit dieser Sendung, die es schomal gab, würde ich bzw. alle etwas lernen. vielen Dank F.Kuckelmann

WDR: Hallo, schön, dass Ihnen der „7. Sinn“ so gut gefällt. Momentan gibt es keine Pläne, die Sendung wieder einzuführen.

Mark schrieb (29.10.2013, 14:32 Uhr) zu Facebook/Social Media:

Lieber Herr Buhrow, in immer mehr Sendungen des WDR ist von Twitter und Facebook die Rede. Dauernd werden irgendwelche Zuschauerkommentare aus diesen Netzwerken verlesen um dem Publikum zu suggerieren: „Hey schaut her wie jung und fresh wir sind.“ Aber mal abgesehen davon, dass Facebook auch nur ein Trend ist und es auch andere Kommunikationsformen gibt, ist es denn richtig, dass eine öffentlichrechtliche Institution hier die einzige Möglichkeit sieht an "junges Publikum" zu kommen? In kommerziellen auf WERBUNG ausgerichtete Unternehmen? Statt junges Publikum scheinbar für Internetsüchtig und altes Publikum für Musikantenstadelaffin zu halten, sollten sich die Öffentlichrechtlichen auf gutes Programm konzentrieren und nicht darauf die 2000ste Krimiserie zu produzieren. MfG

WDR: Hallo, uns ist wichtig, dass jeder und jede mit uns Kontakt aufnehmen können – auf möglichst vielen Wegen. Facebook ist eine dieser Möglichkeiten. Wir wissen, dass gerade Jüngere soziale Netzwerke auch  als wichtige Informationsquelle nutzen. Deshalb gehen wir  mit  unseren Auftritten in sozialen Netzwerken genau dorthin, wo diese Nutzergruppen sich online bewegen. So bleiben wir ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Unserer Meinung nach widerspricht das nicht unserem wichtigsten Ziel: gutes Programm zu machen.

R.P. Horstmann (29.10.2013, 12:23 Uhr) zum Tatort:

Lieber Herr Buhrow, bitte, bittte, bitttte setzen Sie sich vehement dafür ein, dass eine ähnlich desaströse TATORT-Folge wie die aus München am vergangenen Sonntag künftig nicht auch im Namen und Auftrag des WDR produziert wird ...

WDR: Ihre Meinung geben wir gerne weiter - allerdings wird es vermutlich keinen Tatort geben, der allen Zuschauerinnen und Zuschauern gefällt. Der unterschiedliche Charakter der Tatorte - zum Beispiel aus Münster und aus Köln - ist ja durchaus gewollt und sicher auch ein Grund dafür, dass die Reihe seit so vielen Jahren erfolgreich ist.

Heinrich Ackermann (29.10.2013, 12:20 Uhr) zur Qualität des WDR-Radioprogramms:

Ich habe mich in den vergangenen Jahren schon an verschiedene Stellen gewandt und auf einige Misstände verwiesen. Die akustische Verschmutzung grenzt immer mehr Menschen aus. Als dramaturgisches Mittel in Krimis begonnen (Rififi, Die Vögel, Der 3. Mann) suppt heute Musik überall hinein, in Kommentare, Antworten, Dialoge). Kein Format bleibt verschont. Durch die Überlagerung der Frequenzen gehen insbesondere älteren Menschen Inhalte verloren. Manche Sendungen/Beiträge werden regelrecht wertlos. Immer mehr Sendezeit wird durch Eigen- und Bücherwerbung verplempert. Als Rentner sehe ich manche Spots 15-20 mal. Besonders perfide sind die Sprünge und Wiederholungen. Ein Thema wird innerhalb einer Sendung (z.B. d+u) in 2 oder 3 Folgen geteilt. Oder in der Servicezeit taucht zum Sendetermin der Moderator auf und erzählt, was er gleich erzählen wird. Dann folgen einige Spots zu späteren Sendungen und der Moderator taucht verspätet auf, wiederholt sich. Vor dem Ende schaut er noch in nächs ..

WDR: Danke für Ihren Hinweis, den wir gerne an die Redaktionen weitergeben. Dass verschiedene Spots / Beiträge mehrfach zu sehen sind, liegt einfach daran, dass ZuschauerInnen unsere Programme  unterschiedlich lange einschalten. Deshalb kann es passieren, dass einzelne Teile wiederholt werden.

Sabine K., Aachen (29.10.2013, 08:48 Uhr) zu Facebook/SocialMedia:

Unabhängigkeit der Öffentlich-Rechtlichen und Facebook!! Wie kann es sein, dass unzählige Male am Tag der Name Facebook im WDR genannt wird? Wie kann es sein, dass man gezwungen wird, sich bei dem kommerziellen Unternehmen anzumelden, um sich an vielen Programmen des WDR zu beteiligen? Der WDR fördert die "Facebookisierung" der Welt enorm. Und damit verdient Facebook sein Geld. Würden Sie auch so oft den Namen "Mercedes" oder "Edeka" in den Mund nehmen? Völlig kritiklos wird hier das Datensammeln unterstützt, obwohl der WDR mit Email und anderen Medien völlig ausreichende Medien nutzen könnte. Und junge Zuschauer und Zuhörer kann man auch anders erreichen. Schon mal drüber nach gedacht, dass die öffentlich-rechtlichen eine werbefreie Zone sein sollten? Das verärgert enorm.

WDR: Hallo, uns ist wichtig, dass jeder und jede mit uns Kontakt aufnehmen können – auf möglichst vielen Wegen. Facebook ist eine dieser Möglichkeiten. Wir wissen, dass gerade Jüngere soziale Netzwerke auch  als wichtige Informationsquelle nutzen. Deshalb gehen wir  mit  unseren Auftritten in sozialen Netzwerken genau dorthin, wo diese Nutzergruppen sich online bewegen. Unserer Meinung nach widerspricht das nicht unserem wichtigsten Ziel: gutes Programm zu machen. Im Übrigen „unterstüzten“ wir nicht „kritiklos“ das „Datensammeln“ – sicherlich ist Ihnen aufgefallen, dass wir in den WDR-Programmen immer wieder kritisch über Soziale Netzwerke berichten – und UserInnen Tipps geben, worauf sie achten sollten, wenn sie im Netz unterwegs sind. Solche Infos finden Sie zum Beispiel auf unserer Schwerpunktseite http://www1.wdr.de/themen/archiv/sp_socialnetworks/socialnetworks100.html. 

Carsten Halffter (29.10.2013, 07:54 Uhr) zu Fernsehverweigerer:

Bin ich kein demokratiefähiger Bürger, weil ich mich bewusst seit zwanzig Jahren diesem Lebenszeit raubenden Medium Fernsehen entziehe? Als jemand der in einem Haushalt aufwuchs, in dem jede Person allein vor seinem TV-Gerät dahin vegitierte, habe ich die Vorzüge des Lesens leider viel zu spät erfahren. Wozu benötigen die ÖRR zig Sendeanstalten? Warum wird der stets bemühte "Bildungauftrag" nicht klar definiert? Seifenopern, Talkshows, etc. Tragen jedenfalls nicht zur Bildung des Puplikums bei, sondern lenken die Menschen nur ab, am wahren Leben teilzuhaben. Die Haushaltsabgabe stellt für mich als Vater dreier Kinder eine beträchtliche finanzielle Belastung dar. Dieses Geld fehlt am Ende des Jahres für ein Paar warme Schuhe. Ist es es als fair oder gerecht zu bezeichnen, Geld für eine Leistung zu entrichten, die man nicht will?- Ich sage Nein.

WDR: Wir respektieren natürlich Ihre Entscheidung, auf das Fernsehen zu verzichten. Vielleicht nutzen Sie aber eines der vielen Radioprogramme oder die Onlineangebote der öffentlich-rechtlichen Sender. Auch diese Angebote sind nur möglich, wenn sich alle gemeinsam an ihrer Finanzierung beteiligen.

Hagen Kiesewalter (29.10.2013, 05:17 Uhr) zum Gehalt des Intendanten:

Sehr geehrter Herr Buhrow Ich habe nur eine einfache Frage. Und die lautet: Welchen Wert hat die Arbeit der vielen Intendanten, die sich erlauben sich ein Gehalt von ca. 300 000 - 600 000€ zu nehmen, zum Beispiel im Vergleich zu einer Krankenschwester oder Altenpflegerin mit ca. 20.000€ Ist deren Arbeit nur weniger als ein Zehntel Wert?

WDR: Es ist immer schwierig, den Wert einer Arbeit zu bemessen. Klar ist aber, dass ein Intendant ein hohes Maß an Verantwortung hat. Wenn Sie sich private Medienunternehmen anschauen, dann liegen die Gehälter der Intendanten eher im niedrigen Bereich.  600.000 Euro verdient übrigens niemand! 

Norbert M. aus Marl (28.10.2013, 22:21 Uhr) zur Zahl der WDR-ARD-Standorte:

Ist es noch zeitgemäß aus jeder Region Deutschlands mehrere Fernsehsender aus zig Studios zu betreiben? Allein beim WDR sind bei der Lokalzeit 11 Studios im Sendebetrieb. Reicht es nicht einen Radio-Sender deutschlandweit für den Verkehrsfunk zu betreiben, der dann regionale Verkehrsnachrichten sendet? Vielleicht reicht auch nur ein Sender bindesweit für klassische Musik und einer für Schlager und Pop und einer fürs junge Puplikum? Wofür brauchen wir neben den 3ten Programmen noch 3sat, ARTE, 1Festival usw.? Eine Straffung der Sender und spannende Sendungen abseits des Mainstreams (kein Fußball, weniger Krimis und lahme Fernsehfilme, stattdessen anderer spannender Sport wie Reiten, Judo, Tischtennis uws. oder Dokumentationen) wären preiswerter, informativer und könnten auch besser sein.

WDR: Die föderale Struktur der ARD ist gewollt und hat historische Gründe: Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ganz bewusst von den Alliierten geschaffen - aufgrund der Erfahrung mit dem Missbrauch des Rundfunks durch die Nationalsozialisten. Es stimmt, dass das föderale Prinzip teurer ist als zentrale Einrichtungen. Auf der anderen Seite haben mehrere dezentrale, voneinander unabhängige Rundfunkanbieter mit verschiedenen Programmen den Vorteil, dass man sich aus mehreren Quellen, gegebenenfalls aus unterschiedlichen Sichtweisen, informieren kann. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass unser Publikum gerade die regionale Ausrichtung der Programme sehr schätzt - weil diese ihre Lebenswirklichkeit am besten abbilden.

Christian Frericks (28.10.2013, 19:50 Uhr) zum Thema Fernsehverweigerer7Rundfunkbeitrag:

Abzocke mit Staatsgewalt. Bürger die aus Überzeugung auf den Konsum von Bewegbildern verzichten werden mit Staatsgewalt gezwungen ein System zu Finanzieren das alles andere als staatsfern ist. Alles verschlüsseln, wer es will soll ein Abo für (ARD,ZDF und co) machen! Die Tageszeitung bildet ausreichend, ein Sender wie NTV,N24 + (2-3) Radosender wäre völlig ausreichend und durch Steuergeldern zu finanzieren!Alles andere ist pure Abzocke! Die POLITIK ist aus dem Rundfunkrat und anderen Ämtern VÖLLIG ZU ENTFERNEN!!! Ohne die Politik und vom ÖRR erkauften Gutachten, hätten wir keinen Zwangsbeitrag! Zudem ist ein Handy oder Internet PC kein Fernseher oder Radio! Das ist nur ein Masche um den Bürger abzuzocken. In der heutigen Zeit ist eine Verschlüsselung wie Sky ohne weiteres möglich! Doch dann wäre der arogante ÖRR ganz schön arm dran, und könnte seine Intendanten nicht mehr mit 300 000 - 600 000€ verwöhnen und das Geld mit Gewalt zum Fenster rausschmeisen! Die Dummen sind immer die B ...

WDR: Sachliche Kritik nehmen wir ernst - und beantworten gerne Ihre Fragen. Mit Pauschalanschuldigungen können wir dagegen wenig anfangen.

Stand: 30.10.2013, 16:57