Warum kann der WDR nicht alle Sendungen einfach unbegrenzt in die Mediathek stellen?

Mediathek

Warum kann der WDR nicht alle Sendungen einfach unbegrenzt in die Mediathek stellen?

Die allermeisten Fernseh-Sendungen sind in der Mediathek zu finden. Wenn nicht, so hat das meist publizistische oder rechtliche Gründe (Urheberschaft, Lizenzen, Medien- oder Persönlichkeitsrecht). Bei bestimmten Inhalten (z. B. Produktionen von anderen) erlaubt uns der Gesetzgeber nicht, sie ins Netz zu stellen. Wenn der WDR nicht die Internetrechte zur Ausstrahlung bestimmter Bilder besitzt, dürfen sie zwar im Fernsehen, aber nicht in der Mediathek gezeigt werden. Das ist zum Teil bei Sportberichten (Bundesliga) der Fall. Dann sind entsprechende Passagen in Mediathek-Beiträgen nur als Schwarzbild zu sehen.

Die Internetrechte müssen zusätzlich zum ursprünglichen Honorar von Autoren, Mitwirkenden und sonstigen Rechteinhabern erworben werden. Im Sinn eines verantwortlichen Umgangs mit Beitragsgeld holen nicht alle Redaktionen diese Rechte pauschal ein, sondern wägen ab, welche Beiträge und Sendungen auch im Netz verfügbar sein sollen.

Die Verweildauer der Sendungen in der Mediathek ist unterschiedlich lang. Die meisten Sendungen sind zwischen sieben Tagen und einem Jahr verfügbar. Manche Sendungen dürfen fünf Jahre online bleiben (z. B. mit Bildungsinhalten wie "Quarks & Co." oder "Planet Wissen"). Zeit- und kulturgeschichtlich bedeutsame Beiträge und Sendungen dürfen unbegrenzt online bleiben

Der WDR-Rundfunkrat möchte aktuell die Sieben-Tage-Regel abschaffen, da sie den veränderten Sehgewohnheiten des Publikums nicht gerecht werde. Hierüber kann allerdings nicht der WDR bestimmen.