Wer soll das bezahlen? – Die Zukunft der Rente

Wer soll das bezahlen? – Die Zukunft der Rente

Die Rentenkommission der Großen Koalition hat in dieser Woche ihre Arbeit aufgenommen. Eine ungewöhnlich kleine Gruppe von nur zehn Personen, bestehend aus Fachpolitikern der Koalition, Vertretern der Sozialpartner und Wissenschaftlern. Ihr Auftrag: Bis zum März 2020 Vorschläge entwickeln, wie die gesetzliche Rente ab 2025 gesichert und gestaltet werden soll.

Bis dahin will die Regierung die Beschlüsse aus dem Koalitionsvertrag umsetzen: unter anderem eine sogenannte doppelte Haltelinie beim Beitragssatz und beim Rentenniveau sowie eine Verbesserung der Mütterrente. Das engt den Spielraum der Rentenkommission weiter ein, weil es zu zusätzlichen Ausgaben führt.

Schon am Rande der ersten Sitzung der Kommission gab es Streit. Hermann Gröhe (CDU) will die Rente mit 69 nicht von vornherein ausschließen, SPD und Gewerkschaften lehnen eine Anhebung des Renteneintrittsalters kategorisch ab.

Unstrittig ist: Ab 2030 gerät die Rentenversicherung in Schieflage

Dann gehen die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, immer weniger aktive Arbeitnehmer müssen immer mehr Rentner finanzieren.

Ist die Rentenkommission geeignet und in der Lage, auf die absehbaren Herausforderungen zu reagieren? Besitzt die Große Koalition den Willen und die Kraft, im Jahr vor der Bundestagswahl 2021 eine große Rentenreform zu verabschieden? Reicht es dabei aus, ein wenig an den üblichen Stellschrauben zu drehen oder benötigen wir einen Systemwechsel, müssen etwa die Beamten einbezogen werden in die gesetzliche Rentenversicherung, um die Akzeptanz des Systems und die Generationengerechtigkeit dauerhaft zu gewährleisten?

Stand: 08.06.2018, 15:43