Kräftemessen im Persischen Golf: Soll sich Deutschland an einer US-geführten Militärmission beteiligen?

Kräftemessen im Persischen Golf: Soll sich Deutschland an einer US-geführten Militärmission beteiligen? Presseclub 04.08.2019 56:58 Min. UT Verfügbar bis 04.08.2020 Das Erste

Kräftemessen im Persischen Golf: Soll sich Deutschland an einer US-geführten Militärmission beteiligen?

Seit Anfang der Woche liegt der Bundesregierung eine offizielle Bitte vor, zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf eine Marinemission zu entsenden. Doch das Bundeskabinett antwortet nicht mit einer Stimme: Während der Bundesaußenminister eine Zusammenarbeit mit den USA in der Straße von Hormus ablehnt, will die neue Verteidigungsministerin die Sachlage noch prüfen. Auslöser der Krise ist, dass iranische Streitkräfte einen Öltanker unter britischer Flagge gekapert haben, das Regime in Teheran hat also das Völkerrecht gebrochen und eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt unsicher gemacht.

Gibt es noch die Chance für eine rein europäische Mission für maritime Sicherheit im Golf? Oder ist es für Deutschland richtig, sich an einer Schutzmission unter US-Führung zu beteiligen? Könnte die Bundesrepublik damit in den eskalierenden amerikanisch-iranischen Konflikt hinein gezogen werden? Oder würde ein Nein aus Berlin zeigen, dass sich Deutschland wieder einmal aus der internationalen Verantwortung stehlen will? 

Gerade die Handelsnation Deutschland muss ein besonders Interesse an unbeschränkten Schifffahrtsrouten haben, lautet ein Argument der Befürworter eines Marineeinsatzes. Kritiker fürchten: Das amerikanisch-britische Vorgehen am Persischen Golf soll die Europäer spalten und eine unabhängige Mission verhindern.

Stand: 02.08.2019, 16:04