Merkel und Seehofer im Dauerkonflikt – passen sie noch zusammen?

Merkel und Seehofer im Dauerkonflikt – passen sie noch zusammen?

Das persönliche Verhältnis der beiden gilt als zerrüttet: CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert seit Monaten die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin und attackiert dabei Angela Merkel immer wieder scharf.

Einmalig sind seine Drohungen, gegen die Flüchtlingspolitik der eigenen Großen Koalition vor Gericht zu ziehen und seine Andeutung, er könne Spitzenkandidat der CSU für die Bundestagswahl werden. In der CDU wird das als einseitiger Angriff empfunden. Zuletzt beklagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, es seien „Attacken gegen Merkel“ – kein Streit in der Union. Bei der CSU hat man hingegen den Eindruck, die Kanzlerin ist mit ihrer Politik in der Flüchtlingskrise auf dem völlig falschen Kurs. Hinzu kommt: Beide Parteien stehen unter Druck durch die zunehmenden Erfolge der AfD.

Kleine Themen, großer Streit

Immer öfter werden dabei eigentlich kleine Themen zu großen Streitpunkten, wie etwa bei der EEG-Reform oder der Erbschaftssteuer. Insbesondere das persönliche Verhältnis zwischen Merkel und Seehofer ist wohl derart angespannt, dass auch ein Bruch der Schwesterparteien nicht mehr ausgeschlossen scheint. Zuletzt warnte der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler die CSU davor, dass die CDU auch in Bayern antreten könne. Bisher tritt dort nur die CSU an. 

Können die Unionsparteien diesen tiefen Konflikt lösen? Wer ist für die verfahrene Lage verantwortlich? Und würde die CSU eine erneute Kanzlerkandidatur Merkels unterstützen?

Stand: 02.06.2016, 16:25